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Die "neue" Liliput 42

#1 von dieKatze , 17.03.2013 18:24

Ja, guten Abend zusammen,

da wird jetzt der Eine oder Andere sich gelangweilt abwenden ob der Plastikkröte, die es hier zu schlucken gilt. Aber ich nehme keine Rücksicht auf Einzelschiksale mehr, die Lok ist über dreissig Jahre alt und gehört hier hin. Kann mich noch gut erinnern an den em-Vergleichstest (nee, falsch - habe ihn heute nochmal kurz überflogen) aus Heft 6/81, "Verglichen und Gemessen", wo reihenweise Loks im 24 Stunden-Dauertest kaputtgefahren wurden. So zwischen 12 und 19 Stunden und dann fuhren die Loks nicht mehr. Von Liliput waren die neuen 42/52 Modelle dabei, die hielten durch trotz des "einfachen Tenderantriebs", bemeckert wird die unzureichende Verpackung, in die die zugerüstete Lok nicht mehr reinpasst, gut findet der Tester aber die ausführliche Anleitung ohne die man die Lok nicht warten und pflegen könne.

Ich meine, die Verpackung war Kult, oder? Dieser Pseudo-Holz-Pappkarton dessen Holzmaserung an die GXL Ausstattungen damaliger Autos erinnert, genauso künstlich irgendwie. Aber wer hatte denn damals schon sowas auf dem Tisch liegen:





Da mußte man 250.- Mark für hinlegen. Ich kannte keinen der das konnte, nicht meine Schulfreunde, nicht meine Eltern und auch nicht der Weihnachtsmann. Da bin ich grad zwölf geworden und sehe die Lok im Eisenbahn Magazin. Was sollte ich den machen? Die gabs ja nicht mal irgendwo zum angucken!
Erst 1996 habe ich Abhilfe schaffen können, da war ich schon groß und durfte autofahren und hatte nach langen Jahren die alte Modellbahn aus dem Keller geholt, die Börsen entdeckt und schon gleich eine 42. Auch noch 260.- DM teuer, aber neu und unbespielt. Und ich hatte da selbst damals noch soviel Respekt vor, daß ich sie nur ab und an zum Betrachten aus dem Karton geholt habe. Zum Spielen habe ich später noch eine andere bekommen, und mit neuen Haftreifen und etwas entgrateter Führerstandstreppe fährt die bis heute problemlos.

Das hier ist aber die gute. Ja, eine ÖBB, komplett in schwarz mit silbernen Radreifen, beste Optik für ein solches Modell, denn das rote Fahrwerk der deutschen Versionen wirkt doch etwas plastikhaft.





Eine echte Wienerin und der Herr Kommerzienrat hatte ja zu der Zeit auch eine echte 52 auf dem Fabrikgelände stehen, war ganz stolz im Katalog abgebildet. Leider mit dem unschönen Kabinentender.






Die seitenverschiebbaren Führerstandstreppen, die in Verbindung mit der Kulissenführung immer etwas klemmten, da muß man vorsichtig ran und entgraten wenn man mit der Lok spielen will. Sorry, Betrieb machen natürlich.
Die Lok schwimmt in Öl, sparsam war man damit nicht, damals in Wien. Daher die Fettflecke am Tender. Den Lack scheints nicht anzulösen, und ich habe auch Strom drangehalten, Motor dreht noch.





Zurüstteile, habe ich natürlich nicht montiert, aber wer was darstellen wollte als Modellbahnfabrikant damals, der musste unbedingt einen Beutel mit Zurüstteilen beilegen, erst dann wurde aus einem Spielzeug ein Modell. Hier mit den obligatorischen Löchern in der Pufferbohle:






Besonders wichtig: Keine für die ÖBB so typischen roten Handgriffe. Sehen auch immer so plastikhaft aus. Scheinen in echt nicht gleich nach dem Krieg drangekommen zu sein, die Lok hat irgendwie 1952er Untersuchungsdaten aufgedruckt, soweit ich das erkennen kann.





Ja gut, eine Tenderleiter wäre schon eine tolle Sache, aber da sind wir heute mal nicht so kleinlich...





Fazit des em-Testers, das Kleinbahnmodell wäre das beste für den Spielbetrieb, die von Liliput nur etwas für den "gehobenen Modellbahner", der auf seiner Anlage - auch im verdeckten Bereich - Radien von mehr als 45cm zur verfügung hat...

Ich hatte noch niemals eine Anlage mit "verdecktem Bereich".



Schönen Gruß,

Ralf

 
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RE: Die "neue" Liliput 42

#2 von gs800 , 17.03.2013 18:56

Hallo Ralf,

an dieses Modell kann ich mich auch noch gut erinnern. Ich müsste auch noch irgendwo 2 davon nagelneu und ungelaufen haben. Anfang der 80er waren die richtig teuer und nach einer Stunde Betrieb gleich einen Getriebschaden. Ersatzteile dafür zu bekommen war ein Akt, aber glücklicherweise passten Roco Zahnräder aus der E 44. War wohl Austria Industrienorm. Die seltenste 42er war die CFL Maschine. Da gab es zwei Versionen einmal die 5513 als erste Serie und dann die 5519 vom MBSL in Luxemburg. Die hat mich Anfang der 90er knapp 400,- gekostet. War aber auch eine wirklich schöne Lok mit den brünierten Radsätzen und der gelben Beschriftung.
Wenn ich die Kiste mit den Liliput Schätzchen ausgegraben habe, werde ich mal ein paar schicke Fotos machen.



Gruss
Rei/CH


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RE: Die "neue" Liliput 42

#3 von pete , 17.03.2013 20:19

Hallo Ralf,

mit der DB-Version habe ich ca.80 meine (nun doch nicht mehr) endgültige Abkehr von Trix Express begonnen. Ich habe von der 42er (Trix natürlich, im 68er Katalog 60DM) jahrelang geträumt und als ich sie mir endlich leisten hätte können, gab es sie schon lange nicht mehr und 60DM hätte sie wohl auch nicht mehr gekostet. Bei der Liliput-42er waren die Tenderkurzkupplung und die beleuchtete Feuerbüchse meine Highlights bei der Lok und ich habe nach langem sparen und viel verhandeln die Maschine für irrsinnige 240DM gekauft und voller Stolz nach Hause getragen! Später habe ich sie dann gegen die ganz aktuelle Variante eingetauscht, die übrigens genauso in Öl schwimmt, chinesischem allerdings. Diese habe ich HIER schon mal im vergleich mit meinem eigentlichem Traum gezeigt.

Danke für die schönen Bilder von einer schönen Lok,
Peter


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RE: Die "neue" Liliput 42

#4 von gs800 , 17.03.2013 20:47

Hallo zusammen,

die Trix 42 war Ende der 60er auch mein Traum. Leider war ich damals handwerklich noch nicht so versiert um die auf Märklin umzubauen und einen Profiumbauer à la Schnabel konnte ich mir nicht leisten. In den 90ern bekam ich dann eine Trix International von einem Freund und die habe ich dann gegen meine vorhandene Liliput 42 antreten lassen. Das waren schon Welten. allein vom Fahrgeräusch...
Die Trix hätte ich eigentlich in irgendeinem Regal parken sollen und jetzt wieder rausholen. Schade drum.
Jetzt muss ich wieder sowas suchen.

Greez
Rei


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RE: Die "neue" Liliput 42

#5 von adlerdampf , 18.03.2013 12:19

Hallo Leute,

auch bei mir tummeln sich drei 42er



Die mittlere ist die Älteste, die rechte und linke sind neueren Datums.


Herzlich gegrüßt aus der heimlichen Bierhauptstadt Deutschlands, Kulmbach
Karsten


Fleischmann? Was sonst!

 
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RE: Die "neue" Liliput 42

#6 von dieKatze , 18.03.2013 17:45

Hallo Rei,

ja, die CFL 5519, von Liliput nie gesehen, war Denkmallok in Bettembourg und ist in den Neunzigern wunderschön wieder aufgebaut worden. Im Eisenbahn Magazin stand etwas von einer Sonderfahrt zur Vennbahn und ich bin extra wegen dieser Maschine hin, um endlich mal eine lebende 42 zu sehen.

23. Mai 1999:




Die Vennbahn ist Geschichte, die 5519 steht aktuell in Meiningen, aber angeblich nichts Ernstes.



Schönen Gruß,

Ralf

 
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RE: Die "neue" Liliput 42

#7 von gs800 , 18.03.2013 18:21

Hallo Rolf,

schönes Foto von der 5519. Die CFL hatte m.W. 1948 ca 20 Stück dieser Maschinen aus Österreich von der WLF gekauft. Soweit ich weiss sind die bis in die 60er in Betrieb gewesen.
Leider sind die 42er bei der DB schon alle in den 50ern ausgeschieden bis auf die wenigen Maschinen der Saarbahnen. Da ist es schon verwunderlich, dass Trix dann 1959 diesen Exoten als Neuheit bringt.
Die Liliput Lok (Wiener Fertigung) ist sehr schön anzuschauen aber für den Betriebsdienst auf der Moba nicht geeignet. Ich weiss nicht, ob sich das mit den von Bachmann gefertigten Maschinen geändert hat. Jedenfalls wäre das ein Märklin Modell, was ich auch als Neukonstruktion kaufen würde.

Gruss
Rei/CH


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RE: Die "neue" Liliput 42

#8 von MSS , 05.01.2014 15:30

Zitat von gs800 im Beitrag #7

Die Liliput Lok (Wiener Fertigung) ist sehr schön anzuschauen aber für den Betriebsdienst auf der Moba nicht geeignet. Ich weiss nicht, ob sich das mit den von Bachmann gefertigten Maschinen geändert hat.


Was bitte sollte ausser die alten Liliput-motoren ein hindernis für den betriebsdienst sein?
Meiner Liliput-Bachmann BR 42 fährt allenfalls super!



Liliput DB 42 2339


MFG Morten aus Dänemark

Meiner fotoseite: http://mortenschmidt.piwigo.com/

 
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RE: Die "neue" Liliput 42

#9 von Ulrich A , 25.02.2014 13:52

Hallo,

Nach Tausch des alten Buehler Motors durch einen Ersatzmotor von Herrn Moellinger laeuft meine 42 von Liliput Wien ohne Probleme. Was sie nicht mochte, waren die 36cm Radien meiner alten Anlage. Da quetschte sie sich mit Muehen durch. Nachdem die neue Anlage einen Minimumradius von 43.5cm (bis auf die Piko Bogenweichen mit 42.8cm) hat, ist dieses Problem verschwunden.

Die 42 1893 mit den Silberringen (meine und auch auf eienm der Bilder zu sehen) war uebrigens eine "schlechte" Wahl fuer ein Model, denn das Original hat sich 1953 mit einer Kesselexplosion in seine Bestandteile zerlegt.

Ulrich

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