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Schienenkunde Liliput

#1 von musiker , 08.02.2012 10:57

Super die neue Einteilung! Da sieht man gleich, was noch fehlt ...

Also zuerst zu den Wurzeln:

Die allerersten Liliput Schienen waren - IGRI Schienen! Die kleine Firma IGRI hatte, neben Blechspielzeug, auch an einer Eisenbahn gearbeitet, 2 Schienen Blechgleis, Uhrwerkgarnitur.

Liliput übernahm 1949 die Firma IGRI. Im Liliput Katalog 1948/49 ist von einem "Gleis auf Blechböschung" die Rede - eindeutig das IGRI Gleis. Dieses existierte mit 2 Schienen - aber auch mit 3 Schienen, also isolierte Mittelschiene, passend zur Märklin Geometrie (Länge der Geraden 180mm; Radius 360mm)




Schon in der Preisliste 1949 wurde das "Gleissystem auf Holzböschung" angeführt. Die meisten Liliput Garnituren der Anfangszeit sind mit Holzschienen bestückt, die an der Rückseite mit "HS" gemerkt sind.
von "HS" sind auch ganze Schienen - Packungen mit schön gemalten Deckbildern bekannt. Die Holzschienen HS sind sowohl für 2L als auch für 3L bekannt. Länge der geraden Schienen: 180mm, Radius 360mm.
Leicht zu erkennen ist das HS Gleis an der grünen Böschung, die fast senkrecht steht, sowie am Stempel "HS" auf der Unterseite.
Wenig bekannt ist, dass es die "HS" Schienen auch mit Kunststoff - Böschung gab.




Erst 1950 wurde das eigenständige Liliput Gleis entwickelt - nach wie vor auf Holzböschung. Die Böschung war nun schräg, der ganze Böschungskörper beige (gesprenkelt) lackiert.
Während die geraden Schiene noch 180mm lang blieben, wurde der Radius auf 380mm vergrößert; auch gab es einen Parallelkreis mit Radius 450mm



Vergleich der Liliput Radien


Vergleich Liliput - HS



Ca. 1952 stieg Liliput auf Kunststoff - Böschung um, nach wie vor 3 Leiter. Die geraden Schienen waren nun 190mm lang, der Kurvenradius blieb bei 380mm.
Diese Schienen wurden auch für die Firma Mecanic (Schweden) produziert. Durch einen auswechselbaren Stempel in der Form sind die silbernen Liliput Schienen an der Hinterseite mit "Liliput" oder mit "mecanic" gezeichnet.




Das Liliput Punktkontakt Gleis, welches in Zusammenarbeit mit Buco (Schweiz) ab 1954 entwickle wurde, werde ich später beleuchten.

viel Spaß

lg
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RE: Schienenkunde Liliput

#2 von husson73 , 08.02.2012 11:05

Vielen danken für diese sehr interessant Thema besonders die 3 Leiter Gleichen


Jean-Pierre

HO Marklin M Gleise Vorkriegs und Nachkriegs, auch 3800 3900, und C; VB Gleise mit Mittelschiene und mit Punktkontakten; Tourelle Gleise Holz und Kunstoff; Jep Gleise Metal und Kunststoff.
3 Leiter HO OO O I, WS und GS, Digital und Analogic.
auch Schuco Allweg und Variento

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RE: Schienenkunde Liliput

#3 von musiker , 11.02.2012 21:53

Nun zur Fortsetzung: Das Punktkontaktgleis

entwickelt für / mit Buco (Schweiz), ab 1954/55; wurde nach der Buco Pleite 1957/58 nicht weiterentwickelt, da bereits das neue Liliput Modellgleis (2L) da war




auf der Hinterseite ist eindeutig zu erkennen: "Liliput" ist ein Stempel, welcher ausgewechselt werden kann ...




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RE: Schienenkunde Liliput

#4 von Swiss-Tinplater , 12.02.2012 00:04

Wenn man genau hinschaut, erkennt man, dass die Punktkontaktreihe sowohl bei den geraden wie auch bei den gebogenen Gleisstücken nicht parallel zu den Fahrschienen verlaufen. Im BUCO-Katalog 1954/55 steht dazu:
"Die Buco-H0-Punktkontakt-Schiene vereinigt die Schönheit der Zweileiter-Schiene mit den technischen Vorteilen der Dreileiter-Schiene. Um der grösseren Schleiferabnützung, welche bei Punktkontaktschienen auftritt, vorzubeugen, haben wir die Punktkontakt-Reihe geneigt zu den Aussenschienen angeordnet, sodass der Schleifschuh in seiner ganzen Breite abgenützt wird. Die mindestens 4-5-fache Lebensdauer der Lokoschleifstücke ist bei Versuchen mehrfach erprobt worden." Raffinierte Lösung!

Schöne Grüsse
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RE: Schienenkunde Liliput

#5 von musiker , 17.02.2012 18:36

Weiter geht's:

Weiche von "HS", ca. 1947, für 2 Leiter System

Auf der Rückseite wird doch gar die Ditmar Tasterplatte zum Schalten empfohlen. So "verbandlt" waren die Firmen damals ...

lg
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RE: Schienenkunde Liliput

#6 von musiker , 10.03.2012 22:20

Nächster und vorläufig letzter Teil der Liliput Schienen:

laut Katalog ab 1956 wurden von Liliput 2 Leiter Schienen ohne Böschung angeboten.
Hier die Bilder der damaligen Grundausstattung, Schienen 301 (gerade), 310 (rund) sowie Spritzlinge von Weiche (321) und Kreuzung (325)

Zur Blütezeit dieses Systems gab es 3 parallele Kreise und eine Fülle von Ausgleichsmöglichkeiten.
In den Achtziger Jahren wurde dieses Gleissystem aufgelassen.

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zuletzt bearbeitet 10.03.2012 | Top

RE: Schienenkunde Liliput

#7 von musiker , 30.03.2012 15:20

Noch 2 kleine Ergänzungen:

1. "HS" Schienen: Erzeuger war ein gewisser Heime Schlögel aus Linz;

2. Die ersten Schienen aus Liliput Eigenkonstruktion wurden mit Messing - Vollprofil ausgeführt (1950!), sehr bald jedoch wurde statt dieses Profils das wesentlich billigere Hohlprofil aus Blech verwendet.

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RE: Schienenkunde Liliput

#8 von DOCMOY , 05.05.2016 23:56

Die Schrankenbäume des Liliputbahnüberganges wurden übrigends aus Stäben des MATADOR-Baukastens gefertigt.

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RE: Schienenkunde Liliput

#9 von hjs2600 , 13.05.2017 18:03

Hallo,

inzwischen sind bei mir ein paar von den ab 1952 produzierten Liliputgleisen mit Kunststoffböschung angekommen. Der Kurvenradius beträgt bei meinen Gleisen eher 360mm, ein modernes Roco Kurvengleis mir Radius 358mm liegt quasi deckungsgleich auf.

Bei den geraden und den gebogenen Gleisen sind alle 3 Schienen elektrisch voneinander getrennt, lediglich bei den Weichen sind die beiden äußeren Gleise miteinander verbunden. Gab es dafür einen besonderen Grund? Damit wurde ja die einfache Methode für den Mehrzugbetrieb wie bei Trix Express verhindert...

Gruß,

Hans-Jürgen

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