
Hallo zusammen,
an einer der F800 Loks ist das vordere Gussteil (wo die Pufferbohle und die Lampenbügel dran geschraubt sind) abgebrochen. Es war angebrochen und bei dem Versuch es gerade zu biegen brach es ab. Nun wollte ich mal versuchen es zu kleben.
Wenn man im Internet sucht, gibt es drei Gruppen von Leuten
70% schreiben, dass man Druckguss nicht kleben oder löten kann.
20% behaupten, dass sie mit Zweikomponenten Kleber schon erfolgreich Guss geklebt haben.
und 10 % meinen, dass man z.B. Uhu Plus nehmen sollte, da Zweikomponentenkleber an unebenen Gusskanten nicht haftet.
Nun hatten wir ja vor Kurzem den Thread mit den Schnabelmodellen. Ganze Loks wurden schon vor 50 Jahren in viele Stücke zersägt und zu einer neuen Lokomotive wieder zusammengefügt.
Weiß jemand, wie das gemacht wurde? Haben die einen Wunderkleber gehabt?
Denn es muss ja schon stabil geklebt worden sein, sonst hätten sich die Kunden wohl beschwert, wenn die Loks nach einer Weile auseinandergefallen wären.
Guß
Richard

Hallo Richard,
ich würde mich der 70% Fraktion anschliessen.
Allerdings kann man das nicht so generell festlegen.
Es kommt auf die Oberflächengrösse der zusammanzuklebenden Teile an. Je grösser um so besser.
Gruss
Oswin


Guten Abend Richard,
zum Verbinden von Metallteilen soll die Firma Bestklebstoffe in Kinsau passende Produkte anbieten. Eine Information findet sich im Internet unter Datenblätter-Info.
In wieweit diese Produkte für Modellbahner nutzbar sind, kann ich leider nicht sagen.
HTH
Stephan-Alexander Heyn
Stephan-Alexander Heyn
www.sheyn.de/Modellbahn/index.php

Hallo Richard
du hast es ja schon geschrieben:
"Denn es muss ja schon stabil geklebt worden sein..."
Aber Scherz beiseite, Ich habe mit STABILIT Express die besten Erfahrungen gemacht. Habe damit schon eine Aufstiegsleiter an einer 23 und sogar den Schienenräumer an einer Santa Fe F7 geklebt. Und der Lokbausatz aus Guss, den ich vor 20 Jahren damit zusammen gebaut habe, hält auch noch. Was nach dem Trocknen (ca 20 Min) herausgequollen ist, kann man sauber verschleifen und man sieht danach nix mehr. War immer sehr zufrieden damit.
Viele Grüße
Uwe
M-Bahn 1960-1980

Zitat von Lokomotivführer
...bei dem Versuch es gerade zu biegen brach es ab. Nun wollte ich mal versuchen es zu kleben.
... dass man z.B. Uhu Plus nehmen sollte, da Zweikomponentenkleber an unebenen Gusskanten nicht haftet.
Guß
Richard
Hallo Richard,
erstens:
es mag sein, dass man Zinkdruckguss nicht kleben kann, aber biegen kann man ihn ganz bestimmt nicht gescheit. Da habe ich auch schon Lehrgeld bezahlt.
Zweitens: Uhu plus ist ein Zweikomponentenkleber.
Meintest Du vielleicht "Sekundenkleber"? Das funktioniert mit Zinkdruckguss nach meiner Erfahrung tatsächlich schlecht, vor allem bei rauhen Bruchkanten. Der Kleber "versickert" un die Bindung stellt sich nicht ein.
Ich habe sehr wohl schon Zinkdruckgussteile mit Zweikomponentenkleber verklebt, auch mit Uhu plus.
Das Problem ist, dass alle Kleber am besten mit Scherbeanspruchung* zurechtkommen. Mit Biegung aber überhaupt nicht! Und bei Deinem Problem der abgebrochenen Pufferbohle tritt wohl vor allem Biegung und evtl. Zug/Druck auf. (Ein Bild wäre hier vorteilhaft).
*steht auch in der von SAH angegebenen Firmen-Doku der Fa. Bestklebstoffe.
Um die ungünstige Biege-Beanspruchung in Scherbeanspruchung umzuleiten, muss man die Bruchstücke meist unschön "anschuhen", d.h. mit dünnen Blechen die Bruchstelle überlappen. Ich habe das schon mal an einem gebrochenen Lokrahmen erfolgreich durchgeführt, aber an einer kaum sichtbaren Stelle.
Eine andere Möglichkeit ist es, die Bruchstellen mit beidseitig eingepassten Stiften zu überbrücken (so ähnlich wie die Orthopäden bei Knochenbrüchen). Das geht aber nur bei ausreichender Wandstärke und ist schwierig wegen der Passgenauigkeit. Vor kurzem habe ich mal bei einer Fleischmann-Lok eine abgebrochene Guss-Pufferbohle so repariert. Das ging aber nicht ohne feilen und spachteln ab.
Wenn es interessiert, kann ich von beidem mal ein Bild einstellen, aber ich habe nur Bilder des Endzustands, keine "Unterwegs-Fotos".
Viele Grüße
Dennis

Hallo Richard, eine F 800 ist relativ häufig. Ich sehe zwei praktikable Möglichkeiten: 1. Das Gehäuse von Herrn Nowack reparieren lassen, oder 2. Das Gehäuse komplett ersetzen. Zu 2. schicke mir bitte eine PN. Grüße, Johannes
Schrott wird flott - Geht nicht gibt´s nicht. Alles eine Frage des Aufwandes.

Hallo,
JB-Weld!
Klebe inzwischen (fast) alles damit, selbst ein am Kardan ausgebrochenes CCS800.1-Fahrwerk hielt nach der Reparatur. Der Besitzer, für den ich die Reparatur gemacht hatte, äußerte sich zu den Fahreigenschaften sehr zufrieden. Bei stark beanspruchten sehr dünnen Teilen (wie die Haltenasen an den Fahrgestellen der 700er oder frühen 800er Loks) kommt man allerdings ohne aufgeklebte 0,1-0,2 mm Bleche, z.B. federhartes Messingblech, nicht aus, obwohl die Festigkeit des Zweikomponentenklebers JB-Weld etwa so groß ist wie zumindest die alten Gussteile selber. Der spätere Guss wie von der F800 ist allerdings zäher.
Selbst abgebrochene Treppen an Kunststofftendern lassen sich nach Abformen angießen (wurden noch verstärkt durch in 0,7mm Bohrungen eingepresste Kohlefaserstäbe, um erneutes Abbrechen zu vermeiden):
oder abgebrochene Teile an alten Fahrgestellen: 


Gruß,
elaphos

Hallo elaphos, wo bekommt man den? Grüße, Johannes
Schrott wird flott - Geht nicht gibt´s nicht. Alles eine Frage des Aufwandes.

Hallo zusammen,
vielen Dank für die vielen Tips!
Der JB Weld Kleber scheint ja wirklich geeignet zu sein. Ich bin beeinruckt.
Gut, F 800 Gehäuse sind nicht so teuer, aber ich werde es mal mit dem Kleber versuchen.
Genial finde ich auch das Abformen und neu Angießen der Leitern an den Kunststofftendern in elaphos Beitrag. Viele Tender von mir haben keine Leitern mehr.
Was ist das weiße Zeug, was als Abgussform genommen wurde für ein Material? Gips?
Klebt der Kleber nicht an dem Gips fest?
Beeindruckte Grüße
Richard

Hallo Johannes,
soll es in verschiedenen Bastelläden, auch bei Conrad geben. Habe ihn dort aber nicht gefunden. Bis jetzt habe ich ihn bei ebay gekauft. Kostet zwischen 9.- und 14.- für ein Tubenpaar. Es gibt neben der normale Sorte, die ziemlich lange aushärtet, auch die Sorte "Kwik", die aber so schnell ist, dass sie z.B. zum Ausgießen von Formen nicht geeignet ist.
Ebay-Angebot unter anderen als aktuelles Beispiel:
JB-Weld
Kwik:
Kwik
Gruß, elaphos

Hallo Richard,
Dein Beitrag kam offensichtlich, als ich meinen an Johannes schon abgeschickt hatte, so dass ich ihn nicht gleich gelesen hatte. Also jetzt zur Antwort an Dich:
Bei der weißen Abformmasse handelt es sich um Eurosil Max aus der Zahntechnik. Damit werden normalerweise Gebisse im Mund abgeformt. Die Masse ist knetbar und nach Vermischen mit einem Härter in 5 bis 10 Minuten hartgummiartig fest. Hat den Vorteil gegenüber den flüssigen Abformmassen aus dem Bastelbedarf, dass die knetbare Masse sich gerade bei kleinen Teilen gut andrücken und anformen lässt. Wegen der Gummiartigkeit nach dem Aushärten ist auch das Ausformen selbst größerer Formen auch von dem sonst massiv haltenden JB-Weld möglich.
Hatte mal, da ich einen Tender übrig hatte, eine ganze S870 mit Eurosil abgeformt und dann Stück für Stück die Seiten mit einer einige mm dicken Schicht JB-Weld ausgegossen (immer die unten liegenden Seiten durch Drehen der Form in vielen Etappen). Ist als erster Versuch, da es doch einige Abformfehler gab (die Form war aus einem Stück gemacht in der Aushärtezeit von gut fünf Minuten), nicht so toll geworden:
Prinzipiell geht es aber.
Weil ich gerade ein funktionierendes CE800-Fahrgestell übrig hatte, ist halt eine Dampfturbinenlok draus geworden.
Gruß, elaphos

Hallo Herr Dr. Hirschmann,
Sammlermodelle sollte man überhaupt nicht kleben, ist ein pfusch und eine Wertminderung.
Modelle zum spielen kann man natürlich kleben, da tut es auch ein Superkleber.

Vielen Dank elaphos, für die sehr nützlichen Informationen und für die tollen Fotos!
Das ist wirklich sehr hilfreich! Ich werde auf jeden Fall mal damit experimentieren und so nach und nach die fehlenden Leitern an den Kunststofftendern komplettieren.
Viele Grüße
Richard

Hallo Herr Prack,
besser kleben als wegschmeißen! Bitte keine solchen nicht hilfreichen Einwürfe! Außerdem bin ich elaphos!!!
Gruß, elaphos

Zitat von Prack
Hallo Herr Dr. Hirschmann,
Sammlermodelle sollte man überhaupt nicht kleben, ist ein pfusch und eine Wertminderung.
Modelle zum spielen kann man natürlich kleben, da tut es auch ein Superkleber.
Sehr geehrter Herr Prack
Wenn Sie diese Meinung vertreten, dann sollten Sie bitte auch in diesem Zusammenhang deutlich machen, dass dies IHRE Meinung ist. Wie und womit Modelle restauriert werden bleibt jedem selbst überlassen und es gibt bestimmt noch viele Modellbahner, die nicht nur sogenannte "Sammler" sind, sondern Spass an ihren handwerklichen Fähigkeiten haben ohne dabei an Wertanlagen zu denken.
Gruß
Herr Retro
M-Bahn 1960-1980
