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Erfahrung / Tipp für Dreh-/ Fräsmaschinen

#1 von caepsele , 19.01.2018 23:27

Hallo zusammen,
da ich momentan keine eigene Werkstatt oder Hobbykeller habe, bräuchte ich sowas wie eine "Nähmaschine des Mannes". Quasi eine kleine, kompakte Universalmaschine zum drehen, fräsen, bohren von Kleinteilen (mache Spur 0 Tinplate) für auf den Küchentisch. Nach Gebrauch einfach wegzustellen.
Ich bin über die EMCO Unimat SL gestoßen. Eigentlich genau das was ich suche. Jetzt war zufällig eine in Ebay-Kleinanzeige bei mir ums Eck. Leider war ich etwas enttäuscht von der Ausführung. Hatte schon etwas Zweifel mit der Stangenführung, dann noch der Längs- Quersupport. Leider war die Maschine gut in Gebrauch und eher zum " Möhrendrechseln " noch zu gebrauchen. Spiel scheint nicht nachstellbar zu sein, oder?
Gibt es Erfarung damit oder evtl. (bezahlbare) Alternativen?

Gruß
Harry


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RE: Erfahrung / Tipp für Dreh-/ Fräsmaschinen

#2 von Udo , 20.01.2018 11:33

Hallo, Harry,

hier zeigt Frank Arbeiten an einer PROTON (?)-Drehmaschine.

LIONEL 263E "Blue Comet" 30'er Jahre Spur-0

Vllt kannst du ihn mal ansprechen.

Zum Nachstellen von Teilen einer Drehmaschine bei Verschleiß: Gibt es nicht, zumindest nicht bei guten Drehmaschinen. Falls es überhaupt zu einem extremen Verschleiß kommen sollte, werden die Verschleißteile komplett ausgetauscht.
Es mag sein, dass es bei einfachen Maschinen Nachstellmöglichkeiten gibt. Aber so etwas geht immer auf Kosten der Genauigkeit und vor allem auf die Oberflächengüte. Also, lieber etwas mehr bezahlen, und dann hast du etwas Gutes für lange Zeit. Zudem ist es so, dass man nur mit einer guten Drehmaschine und einem guten Quersupport saubere und genaue Fräsarbeiten erzielen kann.

Schönen Gruß
Udo

 
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RE: Erfahrung / Tipp für Dreh-/ Fräsmaschinen

#3 von ElwoodJayBlues , 20.01.2018 11:39

Das Nachstellen der Schwalbenschwanzführungen ist bei hochwertigen Drehbänken und deren Kreuzsupporten ein selbstverständliche Einrichtung.
Anders ist eine dauerhafte Präzision nicht einzuhalten.

Ich betreue in Würzburg 22 Uhrmacherdrehbänke (Genauigkeit jew. ein halbes Tausendstel mm), zwei mittlere Drehbänke, drei große Drehbänke, sowie hier meine eigene (Prüfprotokoll auf ein halbes Tausendstel mm).
Alle diese Drehbänke sind nachstellbar, sowohl am Spindelstock, als auch am Support.

Ebenso sind die Kreuzsupporte unserer Bohrmaschinen (schweizer Fabrikat, ein Tausendstel Genauigkeit) als auch sämtliche Führungen der Dreiachsenfräse nachstellbar.

Eine nicht nachstellbare Drehbank würde ich als untere Qualität einordnen.

Gruß,

Felix


Warte, warte nur ein Weilchen....

 
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RE: Erfahrung / Tipp für Dreh-/ Fräsmaschinen

#4 von Udo , 20.01.2018 12:18

Kann durchaus sein, dass es inzwischen Nachstellmöglichkeitenauch bei guten Drehmaschinen gibt. Zumindest aber bessere Techniken als das, was ich bei manchen preiswerten Maschinen gesehen habe. Die Zeiten haben sich eben geändert, und für eine optimale Nachstelleinrichtung braucht man gute Ingenieurarbeit.

Schönen Gruß
Udo

 
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RE: Erfahrung / Tipp für Dreh-/ Fräsmaschinen

#5 von ElwoodJayBlues , 20.01.2018 12:24

Die nachstellbare Drehbank ist zumindest bei den Uhrmachern seit weit über 100 Jahren bekannt.
Hat es nie anders gegeben.


Warte, warte nur ein Weilchen....

 
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RE: Erfahrung / Tipp für Dreh-/ Fräsmaschinen

#6 von joha30 , 20.01.2018 14:20

Harry, aus eigener Erfahrung kann ich Dir http://forum.zerspanungsbude.net/ empfehlen. In diesem Forum bekommen auch Neulinge sofort und freundlich Auskunft. Mir wurden sogar schon aufwändige Arbeiten kostenfrei erledigt, nur zum Spaß am Spänemachen.
Hier kannst Du vielleicht sogar eine gute Maschine kaufen.
Ich selbst nutze eine Heinrich-Maschine aus Dresden (mit Kugellagern, nicht nachstellbar) mit 10 mm Hülsen zum Drehen und ein Universalgerät mit Messing-Konuslager (zum Nachstellen), das man zur Fräse und vielem mehr umbauen kann. Basis war eine militärische Anwendung. Beide Geräte sind mit unseren Hobbyaufgaben schon an die Grenze gekommen. Auch erzeugt der Umbau immer Aufwand. Einfach geht nichts, wenn man ein Universalgerät haben will.
Meine Meinung ist, sich eine kleine gute Drehbank zu kaufen und für Fräsarbeiten lieber einen Kumpel finden.


Viele Grüße, JoHa

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RE: Erfahrung / Tipp für Dreh-/ Fräsmaschinen

#7 von Flanders , 20.01.2018 15:01

Hallo Forum, Hallo Harry,

die Emco-Unimat-SL ist eine qualitativ gute und seit Jahrzenhten bewährte Maschine. Es gibt diverses Zubehör incl. Fräseinrichtung. Klein, leicht und handlich ist die Maschine auch. Aber eben hier fängt das Problem für die Anwendung im Tinplatebereich an. Meiner Meinung nach ist die Emco zu klein und zu schwach. Sie ist für kleinere Modellbauanwendungen, evtl. noch Uhrmachertätigkeiten gedacht. Für Uhrmacherarbeiten ist sie vermutlich nicht genau genug, für Tinplate aber zu fein. Ich besaß vor Jahren selber eine ältere Emco.

Durch einen Kleinanzeigen-Glücksgriff bekam ich erst letztes Jahr eine Proxxon-PD360 mit Vollausstattung. Mit der Maschine bin ich sehr zufrieden. Sie ist zwar schon 30 Jahre alt, aber die Maschine ist robust und wird mich vermutlich überleben. Das Ding wiegt rund 50 Kilo. Das Gussgestell mit Prismenführungen, Vorschub usw. bringt schon etwas Gewicht mit. Hierdurch ist die Maschine aber auch für etwas gröbere Arbeiten im Tinplatebereich geeignet. Mal eben wegstellen wie eine Nähmaschine? Fehlanzeige!

Von Proxxon gibt es gegenwärtig die PD400 als Nachfolgemodell der PD360. Sie hat etwas mehr Spitzenweite. Vergleichbare Maschinen gibt es in unterschiedlicher Qualität auch von anderen Herstellern. Im Baumarkt gibt es teilweise Drehmaschinen aus Fernost ab 400 Euro aufwärts. Proxxon bietet eine gute Qualität für den "Hausgebrauch" und ein ausgereiftes System mit vielfältigem Zubehör. Die Maschine selbst liegt schon deutlich über 1000 Euro. Mit Zubehör kommt man schnell auf 2000 plus X. Industriemaschinen in noch besserer Qualität kosten gar ein Vielfaches.

Persönliches Fazit: Für mich ist die Proxxon im Hobbybereich absolut ausreichend. Guter Service und Ersatzteilversorgung sind gewährleistet. Viele Systemkomponenten gibt es aktuell immer noch zu kaufen. Für Tinplateanwendungen optimal. Ich möchte keine größere oder kleinere Maschine haben.

Weitere Fragen? Gebe gerne Auskunft!

VG, Frank




ROKAL rockt!!! TINPLATE aber auch!!!

 
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RE: Erfahrung / Tipp für Dreh-/ Fräsmaschinen

#8 von caepsele , 20.01.2018 15:45

Hallo zusammen,

sind ja schon ein paar Rückmeldungen.
Proxon ist mir bekannt. Habe ein paar Geräte von denen (den kleinen Bohrschleiferchen und die kleine Tischkreissäge).

Mit beiden arbeite ich viel und schon lange. Bei der Kreissäge war jetzt der Zahnriemen fällig.

Ich besitze eine alte Myford ML7 Drehbank. Die steht allerdings bei meinen Eltern im Keller 70km weg :-(
@ Udo: die besitzt z.B. einstellbare Leisten für die Führungen, auch die Spindelgleitlager sind nachstellbar.

Die Baumarkt-Dinger sind auch schon zu groß.

Und klar, preislich nach oben hin keine Grenze. Präzision kostet eben.
Allerdings hatte ich mit einem alten Sandkastenfreund (er hat eine Werkstatt für Medizintechnische Anwendungen) eine Lok überholt. Sie lief danach nicht!!! Die ollen Blech-Büchsen-Loks sind eben eher mit Wurfpassungen gefertigt worden.


Dann bin ich mal auf weitere Tipps gespannt.

Gruß
Harry


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RE: Erfahrung / Tipp für Dreh-/ Fräsmaschinen

#9 von joha30 , 20.01.2018 16:11

Frank, die Einschätzung der Proxxon ist auch hilfreich für mich. Du zeigst den Zusatz Borhmaschine, ich nehme an, damit kann man auch fräsen auf der Drehbank. Das wäre eine feine Sache.
Bei meiner Universalmaschine habe ich nur einen Spindelstock, der einerseits für die Drehe, andererseits für die Fräse verwendet wird. Umbau dauert eine Stunde, blaue Finger inklusive. Daher rate ich ab von solchen Umbaumaschinen, swenn man es sich leisten kann...


Viele Grüße, JoHa

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RE: Erfahrung / Tipp für Dreh-/ Fräsmaschinen

#10 von Eisenbahn-Manufaktur , 20.01.2018 16:38

Zitat von ElwoodJayBlues im Beitrag #5
Die nachstellbare Drehbank ist zumindest bei den Uhrmachern seit weit über 100 Jahren bekannt.
Hat es nie anders gegeben.



Hallo Udo, auch die große Emco-Profi-Maschine, die wir Ende der 80er Jahre bei Ritter verwendeten, war nachjustierbar. Anders geht es nicht!


Weißblech - der Stoff, aus dem die Träume sind!

Klaus

 
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RE: Erfahrung / Tipp für Dreh-/ Fräsmaschinen

#11 von Flanders , 20.01.2018 17:04

Hallo Forum,

auch bei Proxxon lassen sich die Führungen nachjustieren. Riemen habe ich gewechselt. Proxxon hält sie lagermäßig für etwa 8 Euro vor. Ich habe gleich mehrere gordert. Sie wurden schon nach zwei Tagen auf Rechnung (!) geliefert. Die fehlende Bedienungsanleitung mit Explosionszeichnung gab es gratis dazu.

@ JoHa: Umbau von Drehmaschine zur Fräsmaschine nervt! Da gebe ich dir Recht. Wenn man die Maschine nur selten benutzt, kann man mit so einem Kompromiss aber gut leben. Bei meiner Proxxon Maschine wurde zusätzlich die Fräsvorrichtung/Bohrwerk mit einer Säule an das Maschinenbett geschraubt. Der einzige Umbau der jedes Mal fällig wird bezieht sich auf das Entfernen des Drehstahlhalters und die Montage des Maschinenschraubstocks. Fräsmaschine und Drehmaschine teilen sich also nur das Maschinenbett. Ein größerer Umbau fällt nicht an. Diese Kombination spart Platz, drückt aber ordentlich auf das Gewicht.

@ Harry: Auch ich benutze diverse andere Proxxon Werkzeuge und Maschinen. Ich bin sehr zufrieden. Die Qualität ist für den Hobbybereich meiner Meinung nach genau richtig. Würde ich solche Maschinen neu kaufen müssen, wäre allerdings für mehrere Monate absolute Ebbe in der Hobbykasse.

Mit billigen Werkzeugen habe ich mich schon oft geärgert. Ich versuche daher eher Qualitätswerkzeuge bzw. Maschinen gebraucht zu kaufen, damit (mein persönliches) Preis-Leistungsverhältnis wieder stimmt. Neu hätte ich mir meine Maschinen nicht leisten können.

VG, Frank


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RE: Erfahrung / Tipp für Dreh-/ Fräsmaschinen

#12 von Altbahnfan , 20.01.2018 17:58

Hallo Harry,

meine erste Drehmaschine war eine Saupe SD300 (baugleich Proxxon SD300, Hobbymat MD65), danach kam eine Saupe DMT 160/280 welche ich heute noch habe. Beides tolle Maschinen und für mich völlig ausreichend (ich baue z. T. bis Spurweite 89mm /Feldbahn, Maßstab 1:6).
Wenn Du daheim bereits eine Myford ML7 stehen hast (...mein Traum!), würde doch eine Emco Unimat 3 (oder deren "Nachfolger/Kopie" Unimat 4) völlig ausreichen.
Zudem wäre diese Maschine noch handlich genug um sie zu "verräumen" (...was man von den größeren Maschinen nicht behaupten kann).
Meist sind Räder einer Lok ja der entscheidende Faktor (Rad-Durchmesser), danach geht es aber eher um Achsen/Buchsen/Puffer/etc.

Gruß!
Bernhard

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RE: Erfahrung / Tipp für Dreh-/ Fräsmaschinen

#13 von Franz57.0.4 , 20.01.2018 19:17

Hallo zusammen,

Udo hatte geschrieben:

Zitat
Zum Nachstellen von Teilen einer Drehmaschine bei Verschleiß: Gibt es nicht, zumindest nicht bei guten Drehmaschinen



Es gab bis in die 70er Jahre 2 unterschiedliche Einstellmöglichkeiten bei den industriellen Schwalbenschwanzführungen, überwiegend
die seitlichen Einstellschrauben mit den Kontermuttern und bei vereinzelten Schweizer-Maschinen konische Führungsleisten. Diese
hatten die Verstellung auf der Handradseite und wurden mit einer Bundschraube axial weitergeschoben. Waren also auf den ersten
Blick zunächst nicht zu erkennen. Es war aber eine elende Arbeit in der Instantsetzung beim Nachschaben weil ja sowohl die Leiste
als auch die Führung im Winkel zueinander passen mussten. Die axiale Verstellung hat man dann aber abgeschafft aus dem vorstehenden
Grund und so hat sich die seitliche Verstellung bis heute gehalten.

Grüße
Franz

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RE: Erfahrung / Tipp für Dreh-/ Fräsmaschinen

#14 von joha30 , 20.01.2018 19:45

Harry hat momentan eher das Edelproblem zwischen Flaschenwärmer (ach nee, das wohl noch nicht) und Windelpaket zu pendeln, Da macht sich eine 50 kg Drehe auf dem Küchentisch nicht so edel. Man muss eben Prioritäten setzen, aber es kommen auch wieder andere Zeiten.


Viele Grüße, JoHa

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RE: Erfahrung / Tipp für Dreh-/ Fräsmaschinen

#15 von Altbahnfan , 20.01.2018 19:57

...man(n) kann den Nachwuchs nie früh genug an die Materie heranführen...

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