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RE: 2881, das begehrte Sammlerstück ist defekt...

#76 von Nichtraucher , 08.01.2018 16:46

Danke Claus,

das hatte ich schon wieder verdrängt,....das Zeug liegt mir im Magen, dann packe ich das wieder irgendwo in eine Ecke und wenn ich es dann durch Zufall wieder in die Hände bekomme, bin ich wieder am Anfang der Geschichte....

Gruß
Willy

 
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RE: 2881, das begehrte Sammlerstück ist defekt...

#77 von Charles , 08.01.2018 18:40

Hallo,

die von den Trix Technikern für den Kaiser-Wilhelm-Zug entwickelte Lok war konstruktiv eine Mißgeburt, das Getriebe hielt in der Regel nur Minuten und die Lok war mit dem Zuggewicht überfordert. Sogar die Märklin Konstrukteure waren entsetzt und rieten im kleinen Kreis vom Kauf ab (Originalzitat : "Also von uns hat die keiner gekauft"). Später wurde die Maschine überarbeitet, ein großer Wurf wurde es nie.

Der User Georg H. ging vor Jahren auf DSO der gruseligen Getriebekonstruktion auf den Grund.:

"Die Loks der ersten Marklin/Trix-Loks hatten ab Werk eine Schnecke auf dem Motor. Die Schnecke griff in ein zweistufiges Plastik-Stirnzahnradgetriebe, dessen Modul (vermutlich aus Platzgründen) zu klein gewählt wurde und daher schnell verschliß. Der Ersatzteilvorrat war nach kurzer Zeit aufgebraucht, so daß jemand eine Marktlücke entdeckte und begann, einen Zahnradnachbau bei Ebay anzubieten. Bei H0 sind Module von 0,5 (Märklin) und 0,4 (Roco) üblich, die Zahnräder der Kaiser-Wilhelm-Lok haben das Modul 0,3.

Der Miba-Testbericht beschreibt schon den umständlichen Kraftfluß, der vielleicht nicht für jeden durchschaubar ist. Auf der Motorwelle sind offensichtlich drei verschiedene Zahnräder montiert. Fest mit der Motorwelle verbunden ist aber nur das rechte (kleine) Zahnrad. Es wirkt auf ein (größeres) Zahnrad, das lose auf einem Wellenstummel unterhalb der Motorwelle sitzt. Der Stummel hat keine Verbindung mit der Welle, auf der die Schnecke sitzt! Auf dem Wellenstummel sitzen zwei miteineinander verbunden Stirnzahnräder. Das größere wird von der Motorwelle angetrieben, daß kleinere übermittelt die Kraft an das mittlere (größere) Zahnrad auf der Motorwelle, das deswegen lose auf der Motorachse sitzt und Losrad genannt wird. Diese Losrad besteht selbst wieder aus zwei miteinander verbundenen Stirnrädern (das sind das mittlere und das linke Zahnrad auf der Motorwelle. Vom linken (kleinen) dieser Zahnräder (auf der Motorwelle) geht die Kraft wieder nach unten auf einen weiteren Wellenstummel auf dem schließlich die im Bild sichtbare Schnecke sitzt. Auf der sich drehenden Motorwelle sitzt also ein mit einer anderen Drehzahl drehendes Zahnrad.

Einfach gesagt: die Kraft des Motor geht zunächst „nach unten“ auf den Wellenstummel. Von da geht die Kraft wieder „noch oben“ auf die lose sitzenden Zahnräder auf der Motorwelle, um schließlich wieder „nach unten“ auf die Welle mit der Schnecke zu wirken. Mit dieser Art eines Stirnradgetriebes mit Losrädern bekommt man zwar auch die Drehzahl des Motors etwas herunter, aber die Zahnräder laufen sehr hochtourig (Geräuschentwicklung). Auf vertretbare Drehzahlen kommt man erst mit der Schnecke."


Hier der Miba Testbericht der überarbeiteten Reichsbahnvariante. Da brach beim Test nicht mehr das Getriebe sondern die Motorhalterung :

http://miba.de/mibatest/trix17.htm


Grüße aus dem Odenwald

Charles

 
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RE: 2881, das begehrte Sammlerstück ist defekt...

#78 von Nichtraucher , 08.01.2018 20:14

Die S3/6, sogar in Schwarz, macht sich gut vor dem Zug, die Proportionen passen sehr viel besser als die der alten 38 und zieht ihn locker weg. Die Kupplungen habe ich nun rein gefummelt, der Zug ist beleuchtet, (recht schwach, muss schon etwas abgedunkelt sein damit man es sieht) und so kann er seine Runden auf einer schönen Strecke drehen.
Die S10 steht in der Vitrine vor alten preußischen Schnellzugwagen von Fleischmann, die auf meiner Anlage an einigen Weichenlaternen havarieren, so ist das OK, damit kann ich leben.

Nun ist doch noch alles gut geworden!

Gruß
Willy

 
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RE: 2881, das begehrte Sammlerstück ist defekt...

#79 von SAH , 08.01.2018 20:40

Guten Abend Charles,

die DSO-Beschreibung entspricht leider nicht der Ersatzteilezeichnung, die unter dem Ersatzteilblatt 37190 zur Verfügung steht:
demnach sitzt auf der Welle ein nicht genutztes Zahnrad sowie ein Beisatzrad (großes + kleines Zahnrad), welches ein baugleiches Beisatzrad parallel dazu antreibt. Das zweite Beisatzrad liegt auf der Welle zur Schnecke (die als Antriebswelle 32250306 immer noch verfügbar ist. Diese Schnecke treibt ein Zwischenrad Nummer 32250303 (immer noch verfügbar) und dieses die Treibachse 34250404 (nicht mehr verfügbar) an.

Interessanterweise sind auch die Haftreifen E220520 auch nicht mehr verfügbar.

Aufgrund dieser Ungereimtheiten werfe ich die Frage auf, ob irgendwer die 33190, 37190, 37191, 37192 oder 37193 von Innen fotografiert hat?


mit freundlichen Grüßen,
Stephan-Alexander Heyn


Stephan-Alexander Heyn
www.sheyn.de/Modellbahn/index.php

SAH  
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RE: 2881, das begehrte Sammlerstück ist defekt...

#80 von Charles , 09.01.2018 01:17

Hallo Stephan-Alexander,

das kann ja auch nicht übereinstimmen. Die DSO Beschreibung gilt der ersten Variante als Kaiser-Wilhelm-Zuglok, der Mibatest und das Ersatzteilblatt beziehen sich auf spätere Varianten. Da hat Märklin dann ja schon versucht die Antriebsprobleme in den Griff zu kriegen weil vorherige Versuche mit zusätzlichen Bleigewichten auch nicht richtig funktionierten.

Zitat aus dem Miba Testbericht :

Bemerkenswert ist die Konstruktion des Antriebs, welcher gegenüber der Länderbahn-Maschine überarbeitet wurde: Ein im Kessel gelagerter Faulhaber-Motor mit aufgezogenem Ritzel treibt ein darunter liegendes Stufenzahnrad an.

Ich vermute, dass Trix ursprünglich einen anderen Antrieb geplant hatte mit dem die Lok aber zu schnell, zu laut und nicht zugkräftig genug war. Märklin hat diese Konstruktion nicht akzeptiert und deshalb hat man bei Trix zu dieser unglücklichen Konstruktion mit den Losrädern gegriffen, die Drehzahl und Probleme aber nur wenig reduzierten. Gut möglich, dass das erst beim Testen der Märklin Variante mit den bremsenden Skischleifern und den Versionen ohne Lastregelung auffiel.

Lok und Wagen waren von Trix konstruiert worden und es hat damals hinter den Kulissen ordentlich Zoff gegeben, Trix gehörte ja damals noch nicht zur Märklin Holding. Der Zug musste bis zum 31.3.1995 bestellt werden, Ende 1996 gab Märklin die Übernahme von Trix bekannt. Möglicherweise hat der Zug seinen Teil zum Ende der Trix Selbstständigkeit beigetragen.

Das Vorbild war jedenfalls besser gelungen, Kaiser Wilhelm benutzte den Zug gerne und über 500x und fuhr auch mit ihm ins Exil. Mehr dazu steht bei Wikipedia :

https://de.wikipedia.org/wiki/Hofzug_Kaiser_Wilhelms_II.

Nachtrag :

Weil Willy gleich den schweren Tender erwähnt : Gerüchtweise habe ich auch schon gehört, dass Trix ursprünglich einen Tenderantrieb favorisierte, wie man ihn schon bei der BR 54 realisiert hatte. Tenderantrieb war für Märklin aber nicht akzeptabel obwohl man das bei der BR 18.4i ja auch schon einmal geplant hatte.

Und zur schwachen Beleuchtung :

Bei der Variante 2681 sind in den Wagen zwei Funktionsdecoder verbaut, jeweils ein Decoder für 3 Wagen. Vielleicht kann man da auch die Beleuchtungsstärke verändern ?


Grüße aus dem Odenwald

Charles

 
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zuletzt bearbeitet 09.01.2018 | Top

RE: 2881, das begehrte Sammlerstück ist defekt...

#81 von Nichtraucher , 09.01.2018 09:26

Moin,

wenn man die Lok in den Händen hält, wirkt sie eigentlich sehr solide und gewichtig, verbreitet also einen gewissen Optimismus was die Zugkraft angeht. Auffällig finde ich auch den ungewohnt den schweren Tender. Allerdings bin ich sonst nur noch ältere Lok gewöhnt.

Die Wagen laufen ungewöhnlich schwer, wenn man sie mit den alten Blechwagen vergleicht. Der Zug hat ja nicht nur zwei Stromabnehmer, sondern auch die Schleifer an den Achsen für die Masse, ist darum mit einem gleich langen Blechzug nicht vergleichbar. (So der auch nur zwei Schleifer hat)

Ungewöhnlich für eine Märklin Lok finde ich dass der Motor schwächelt, bei meine anderen Lok haben die Motoren keine Probleme, sie sind stets kräftiger als die Reibung zwischen Rad und Schiene zulässt. Wie geschrieben, die 38 und die alte 3/6 bzw. 18 schleppen den Zug recht lässig über dieselbe Strecke die für die S10 schon mit zwei Wagen weniger absolut grenzwertig ist.


Gruß
Willy

 
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