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ROKAL: ...oh boy!!!

#1 von Flanders , 10.02.2017 23:24

Hallo Leute,

letzte Woche hatte ich wieder einen kleinen Einkauf. Unter anderem waren vier Boy-Packungen dabei. Der Zustand ist überdurchschnittlich. Die Bahnen sind nahezu unbespielt.

Erste Frage: In der Rokaldokumentation (blaues Buch) sind die Boy-Packungen alle mit einem anderen Deckelbild dargestellt. Kann man die verschiedenen Deckelbildmotive unterschiedlichen Produktionsjahren zuordnen?

Zweite Frage: Bei meinem Einkauf waren auch diverse "Good-Play" TT-Bahnen dabei. Es handelt sich bei "Good-Play" um eine Eigenmarke des Versandhauses "Quelle". Unter diesem Label wurde BTTB aus der ehemaligen DDR vertrieben. Den enthaltenen Papieren nach, handelte es sich bei diesen Bahnen um Reklamationen, Umtauschware bzw. Rückläufer von "Quelle" aus den späten 70'er Jahren. Kann es sein, dass Rokal auch über Quelle vertrieben wurde? Kann es sich bei meinen Grundpackungen evtl. auch um Umtauschware handeln? Allerdings liegen zwischen "Good-Play" und Rokal gut zehn Jahre Abstand.

Dritte Frage: Gab es Rokal nachweislich überhaupt im Versandhandel? Also: Otto, Neckermann, Quelle usw. ?

VG, Frank






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RE: ROKAL: ...oh boy!!!

#2 von *3029* , 11.02.2017 00:35

Hallo Frank,

über deinen Einkauf kann ich nur wieder mal staunen,
auf jeden Fall macht so ein Stapel boy-Packungen bestimmt Laune ...

Zu deinen Fragen:

1.) Soweit bekannt, wurden jeweils die gerade verfügbaren Deckelmotive den Packungen zugeordnet.

2.) Rokal wurde nicht im Quelle-Katalog angeboten.
Trix Express, Bub, Distler, HWN u.a., später Lima, teils unter dem Label "Good Play",
konnten ausser den bereits genannten DDR-Bahnen über den Katalog bestellt werden.

3.) Rokal gab es zeitweilig definitiv auch im Versandhandel, z.B. bei Neckermann.
Von einem Versandgeschäft, dessen Name ich nicht mehr weiss, hatte ich um 1962/63 einen Katalog bekommen
in dem auch Rokal enthalten war.

Zu Modelleisenbahnen aus der Erinnerung im Vertrieb bei Versandhäusern:
Bei Klingel Pforzheim gab es mal Fleischmann und den Eheim Trolleybus -
und 1966 Minitrix, habe selbst damals dort ein Zugset gekauft.

Aufbewahrt habe ich Kataloge, Prospekte usw. früher nicht, wurde nach einer Weile entsorgt.

Viele Grüsse

Hermann


 
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RE: ROKAL: ...oh boy!!!

#3 von aus_Kurhessen , 11.02.2017 00:45

Hallo Frank,

die Packung 01101, die Du zeigst, wurde lt. Modelldokumentation von 1962 - 65 produziert. Wenn man mal schaut welche Packungen noch in dieser Zeit produziert wurden, findet man zwei verschiedene Deckel. Zum einen den, den Du zeigst und zum anderen diesen hier:

(nicht so besonders schön, aber ich habe keinen anderen)
Ich vermute mal, dass das der ältere Deckel ist, da die gezeigte Packung schon 1960 produziert wurde (s. Dokumentation S. 206). Es wird dann eine Übergangszeit gegeben haben wo beide Deckel verwendet wurden und schließlich nur noch der neuere Deckel, wobei die Deckel wohl freizügig für alle passenden Packungen verwendet wurden.

Rokal im Versandhandel? Habe ich nie von gehört oder gelesen und erinnern kann ich mich auch nicht. Die Spielwarenseiten des Quelle- und Neckermannkatalogs gehörten ab der Mitte der 60er Jahre zu meiner regelmäßigen Lektüre. Über die Vertriebswege von Rokal (und die damit verbundenen Schwierigkeiten) ist hier sehr schön berichtet.
Auf das Quelle Uniropa/BTTB Gleisangebot musste ich übrigens in den 70ern mal zurückgreifen, da ich keine Rokalgleise mehr bekommen konnte.

Viele Grüße
Jürgen

P. S. Hermann war schneller.


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RE: ROKAL: ...oh boy!!!

#4 von niko0801 , 11.02.2017 11:55

Hallo Frank,

hast Du das Jubiläumsheft 65 Jahre ROKAL-TT von Hartwig Harms? Wenn nicht wäre es für dich sehr Interssant, weil die einzelnen Packungen in diesem Heft mit Jahrgängen veranschaulicht werden.

Gruß Norbert

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RE: ROKAL: ...oh boy!!!

#5 von Flanders , 11.02.2017 14:35

Hallo Leute,

ja - das Jubiläumsheft habe ich auch. Meine Frage kommt eher aus der Verwunderung über die Zusammenstellung meines Einkaufs. Auf einen Schlag so viele neuwertige Grundpackungen? Das macht doch wenig Sinn und ich suche nach einer plausiblen Erklärung. Nordexpress und Personenzug waren auch dabei und sind neuwertig. Und immer das gleiche Deckelbild. Sonst habe ich nur noch eine kleine Kiste gebrauchter Rokal-Loks dabei bekommen und eben recht viel "Good-Play". Auch Good-Play fast nur Grundpackungen. Meine Vermutung geht in Richtung eines ehemaligen Versandhausmitarbeiters, der billig Rückläufer und Reklamationsware kaufen und einlagern konnte. Es sind keine bespielten Bahnen, noch stammen sie aus einer Sammlung... komisch... aber letztlich auch egal! Die super schönen Packungen werden jetzt in meine Sammlung eingereiht. Mich freut's !

VG, Frank


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RE: ROKAL: ...oh boy!!!

#6 von aus_Kurhessen , 12.02.2017 23:14

Hallo Frank,

könntest Du vom Vorbesitzer in Erfahrung bringen, wie er zu den Packungen gekommen ist?
Zwischen den Rokal-Packungen und den Good-Play-Packungen liegen doch mindestens 10 Jahre. Bis weit in die 70er wurden die Modellbahnartikel bei Quelle ja noch unter "Uniropa" verkauft. Wann die Umstellung bei den Spielsachen von Uniropa auf Good-Play erfolgte weiß ich leider nicht.
Die Rokalpackungen sind wahrscheinlich Ladenhüter aus einem Geschäft. Vielleicht hatte der Geschäftsinhaber noch zusätzlich eine Quelle-Agentur, sozusagen ein Quelle Ladengeschäft (ja die gab es auch). Aber im Laufe von 40 - 50 Jahren gibt es viele Möglichkeiten wie jemand in den Besitz dieser Packungen kommen kann.
Könntest Du mal Bilder der Good-Play-Packungen einstellen. Da sie aus DDR-Produktion stammen, wären sie wohl hier ganz gut aufgehoben.

Viele Grüße
Jürgen


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RE: ROKAL: ...oh boy!!!

#7 von Flanders , 12.02.2017 23:44

Hallo Jürgen,
vom Vorbesitzer war leider keine Info zu bekommen. Die Sachen stammen aus einer Haushaltsauflösung. Der Hausbesitzer ist leider schon in ein Pflegeheim gekommen. Die Good-Play Sachen habe ich direkt weiter gegeben. Die habe ich schon nicht mehr. Ich wunderte mich in erster Linie über die Ansammlung so vieler Grundpackungen in einem Privathaushalt OHNE Sammlung. Das macht wenig Sinn und erschien mir etwas rätselhaft. Ich habe die Packungen gesäubert und in meine Sammlung integriert. Da haben sie jetzt einen schönen Platz bekommen!
Interessanter war für mich die Fragestellung nach der Datierung der Deckelbilder. Offensichtlich haben meine Packungen ja das späte Deckelbild.
VG, Frank


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RE: ROKAL: ...oh boy!!!

#8 von aus_Kurhessen , 13.02.2017 13:49

Hallo Frank,

da wird die Herkunft wohl im Dunkeln bleiben. Jedenfalls sind es sehr schöne Packungen, die bei Dir sicherlich gut aufgehoben sind.

Gruß
Jürgen


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Zahl der Startsets im Privathaushalt

#9 von Charles , 13.02.2017 15:39

Hallo,

als ich einmal bei Otto in drei Bestellungen jeweils 6 Piko Startsets orderte, fragte der Hermes Fahrer meine Frau bei der zweiten Lieferung :

"Entschuldigen sie, es geht mich auch nichts an aber darf ich fragen wie viele Kinder sie eigentlich haben ?"

Meine Frau meinte "Eins, aber das Kind kriegt nichts, die Packungen sind alle für meinen Mann".

Meine Frau und ich haben lange diskutiert wer da wen mit dieser Bestellung mehr in Mißkredit gebracht hat Aus den Sets behielt ich 18 vierachsige SHELL-Kesselwagen, der Rest wurde wieder verhökert. Das ist jetzt 30 Jahre her und diese Piko Fahrpulte sind immer noch irgendwo in der Garage eingelagert.


Grüße aus dem Odenwald

Charles

 
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RE: Zahl der Startsets im Privathaushalt

#10 von PLASTICOL , 14.02.2017 09:48

..Charles!
Warum soll es Dir anders gegangen sein als mir... Ich sammelte früher ROCO HO u Wiking...da spielten sich ähnliche Szenarien ab.
Mit der Zeit lernte der Paketbote, damit umzugehen - meine Ex-Frau leider nicht.
LG, Hardy


Preußisch sachlich ( meistens... )

 
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RE: Zahl der Startsets im Privathaushalt

#11 von mobafan2210 , 15.02.2017 02:09

Hallo Rokalisten.

Ja es stimmt,Rokal hat seine Modellbahnprodukte über Versandhäuser angeboten.Es haben sich nach und nach Fachgeschäfte von Rokalmodellbahnprodukte distanziert.Kurz darauf haben auch Fachzeitschriften
nicht gut über Rokalprodukte geschrieben.Die allgemeine Presse hatte da großen Einfluss.Es wurde darüber geschrieben,das der Antrieb über zuviele Zahnräder erfolgte.Dies bedeute,die Kraft des Motors
würde daher nicht zur genüge übertragen.Als Lokdok habe ich schon viele Modellbahnloks von verschiedenen Herstellern von innen gesehen.Bei Tillig ist der Schneckenantrieb sehr verbreitet.Märklin zB.
überträgt den Antrieb über Zahnräder,wie auch bei Rokal zu erkennen ist.Hinzu kam das Aufkommen von Carrerabahnen.Es war eine harte Zeit für Modellbahnen,egal von welchen Herstellern.
1.) Hinzu kam der Machtkampf von den Leuten,die in dieser Zeit in der Abteilung das Sagen hatten. 2.) Rokal ist in der Entwicklung stehen geblieben.Das haben andere Anbieter viel früher erkannt,und auch ihre
Produkte weiter entwickelt.Eines darf man jedoch nie vergessen,die Modellbahn war ein Nebenprodukt der Firma,da Rokal eine eigene Gießerei hatte.Diese konnte natürlich für den Modellbau genutzt werden.
Viele werden nun denken,wie kann der Lokdok das alles schreiben.Ganz einfach,die Mutter des Lokdoks hat bei Rokal gearbeitet.An dieser Stelle möchte ich hinzufügen,ich weiß vieles über Rokal,jedoch lange
nicht alles.Zu den Zugpackungen sei nur dies gesagt,es wurde oft das genommen was zur Verfügung stand.In der heutigen Zeit wäre vieles anders,aber es war eben die frühere Zeit.Nun habe ich mal wieder
zuviel geschrieben,wollte ich garnicht.
Habe großen Respekt vor Leuten,welche da recherchiert haben.Aber nur ein Kopfschütteln übrig von Leuten,die nur mitreden wollen,obwohl sie wenig Ahnug von der Rokalgeschichte haben.
Sehr zu empfehlen ist das in Kunstleder verfasste Buch worin alle Produkte aufgeführt sind.Sowie das kleine blaue Buch vom Rokalmanni,wie auch das von Hartwig Harms.

Gruß an alle vom Lokdok aus Nettetal

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ROKAL im Versandhaushandel

#12 von Klein_Elektro_Bahn , 15.02.2017 22:46

Zitat von *3029* im Beitrag #2
...
3.) Rokal gab es zeitweilig definitiv auch im Versandhandel, z.B. bei Neckermann.
Von einem Versandgeschäft, dessen Name ich nicht mehr weiss, hatte ich um 1962/63 einen Katalog bekommen
in dem auch Rokal enthalten war.
...

Hallo Hermann,

ROKAL soll m.W. im Neckermann-Katalog Herbst-Winter 62/63 angeboten worden sein. Ich habe aber leider keinen Beleg für diese Annahme vorliegen.

Zudem wurde ROKAL definitiv im Weihnachtskatalog Schöpflin Haagen "Es weihnachtet sehr" 1958 angeboten.

ROKAL-Freund Hartwig Harms gedenkt zu diesem Thema einen Beitrag für den TT-Kurier zu schreiben.

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RE: ROKAL im Versandhaushandel

#13 von *3029* , 16.02.2017 00:22

Hallo Ralf,

wer hat denn schon vor fünfzig und mehr Jahren daran gedacht,
die Versandhauskataloge aufzubewahren in der Erwartung, dass die später mal interessant würden ... ???

Meine Zeit als Rokal-Kunde bei Neckermann war zwischen 1962 und 1963 im Frankfurter Zeil-Kaufhaus.
Der Versandkatalog mit den angebotenen Rokal-Sachen wurde in der Spielwarenabt. ausgelegt.
Allerdings war im Katalog gegenüber dem Kaufhausangebot das Rokal-Sortiment auf wenige Artikel begrenzt.
Wie ich vor längerem geschrieben hatte habe ich von der Weihnachtsschaufenster-Anlage
verschiedene Modelle zu herabgesetzten Preisen kaufen können.
Den robusten Rokal-Loks hat der Vorführbetrieb nichts anhaben können ...

Ich kann mein Wissen über diese Dinge aus der Erinnerung wahrscheinlich deshalb sehr getreu wiedergeben
weil Spielzeug und Modelleisenbahnen seit frühesten Kindertagen zu einem lebensbegleitenden Hobby /
Berufstätigkeit über die Jahrzehnte ohne Unterbrechung wurden, allerdings ohne schriftlichen Belege zu haben.

Ab ca. 1968 war Rokal bemüht keine "branchenfremden" Vertriebsformen mehr zu beliefern.
Dazu habe ich seinerzeit ein Schreiben gesehen in dem Rokal die Anfrage einer Versandbuchhandlung
für Eisenbahn- u. techn. Literatur nach Belieferung mit Rokal TT-Bahnen abgelehnt hat obwohl diese Firma
bereits Wiking Modellautos im Programm führte und den Modellbau ausbauen wollte.
Der zu dieser Zeit aufstrebende Nürnberger N-Spur Hersteller Arnold, kurz darauf auch Trix,
hatten mit diesem Händler über viele Jahre eine gedeihliche Zusammenarbeit.

Viele Grüsse

Hermann


 
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RE: ROKAL im Versandhaushandel

#14 von gs800 , 16.02.2017 08:43

Hallo zusammen,

im DM-Test von 12/1962 wird erwähnt, daß Rokal auch über den Versandhandel liefert:

"Rokal verkauft ebenfalls über Versandhäuser. Rokal verkauft mit 20 bis 25 Prozent Preisnachlaß auch über Discountgeschäfte."

Hier nachzulesen.

In meiner Heimatstadt gab es Rokal bei einem Elektrofachhändler. An Rokal in den lokalen Spielwarenläden kann ich mich nicht erinnern.


Gruss aus Züri
Rei


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RE: ROKAL im Versandhaushandel

#15 von Klein_Elektro_Bahn , 16.02.2017 08:57

Zitat von gs800 im Beitrag #14
... In meiner Heimatstadt gab es Rokal bei einem Elektrofachhändler. An Rokal in den lokalen Spielwarenläden kann ich mich nicht erinnern.

Hallo Rei,

es ist bekannt, dass die "großen etablierten H0-Hersteller" ROKAL den Zugang zum Spielwaren-Fachhandel blockierten. Hier nachzulesen.

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RE: ROKAL im Versandhaushandel

#16 von *3029* , 16.02.2017 18:39

Zitat von gs800 im Beitrag #14
Hallo zusammen,

im DM-Test von 12/1962 wird erwähnt, daß Rokal auch über den Versandhandel liefert:

"Rokal verkauft ebenfalls über Versandhäuser. Rokal verkauft mit 20 bis 25 Prozent Preisnachlaß auch über Discountgeschäfte."

Hier nachzulesen.

In meiner Heimatstadt gab es Rokal bei einem Elektrofachhändler. An Rokal in den lokalen Spielwarenläden kann ich mich nicht erinnern.

Gruss aus Züri
Rei


Hallo zusammen,

die verschiedenen DM Test kenne und besitze ich noch von früher.

Über die Aussage, dass Rokal bei Discountern mit 20 bis 25 Prozent angeboten würde habe ich gestaunt,
auf der Suche nach derartigen Geschäfte nichts finden können ... sodass ich meine Zweifel habe.

Elektrofachhändler und Optiker z.B. waren in früheren Jahren "normale" Adressen für Modelleisenbahnen,
allen Herstellern voran hat Märklin diese Händler mit dem Vollsortiment beliefert.

Oft wird die Meinung vertreten, dass der Vedes ihre angeschlossenen Mitgliedsbetriebe im Einzelhandel
das Rokal-Sortiment abgelehnt haben - was ich zumindest auf spezialisierte Moba-Geschäfte nicht generell bestätigen kann.
So hatten Vedes-Händler wie Feldhaus in Köln, Behle Frankfurt am Main u.a. Rokal ganzjährig komplett vorrätig.

Weiters wird gesagt, die "grossen Drei" der Branche (Mä, Tri, Fl) hätten Druck auf Spielwarenhändler ausgeübt
Rokal nicht zu verkaufen - dies ist absoluter Unsinn.

Hier mal ein Beispiel wie der Ablauf so war wenn ein Spielwarengeschäft das Märklin-Sortiment neu in sein
Verkaufsprogramm aufnehmen wollte ...

Nach erstem schriftlichen/telef. Kontakt besuchte der Märklin Reisevertreter auf seiner nächsten Tour diesen Händler
um sich das Geschäft erstmal anzuschauen. Er achtete besonders darauf welche Markenartikel bereits geführt wurden -
und welche Mitbewerber (Spielwarengeschäfte) bereits in der gleichen Stadt tätig waren.
Nach Prüfung dieser Kriterien erfolgte evtl. die Lieferzusage.
Angenommen, der betreffende Laden führte bereits mit Erfolg Fleischmann, Rokal usw. war die Chance
auf eine Belieferung aussichtsreicher ...

Das mal zum besseren Verständnis.

Viele Grüsse

Hermann


 
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RE: ROKAL im Versandhaushandel

#17 von Klein_Elektro_Bahn , 20.02.2017 11:40

Zitat von *3029* im Beitrag #16
... Über die Aussage, dass Rokal bei Discountern mit 20 bis 25 Prozent angeboten würde habe ich gestaunt,
auf der Suche nach derartigen Geschäfte nichts finden können ... sodass ich meine Zweifel habe. ...

Hallo Hermann,

hierzu habe auch ich keinerlei Informationen. Mir ist nur bekannt, dass heutzutage ALDI (Süd) im Vorweihnachtsgeschäft Startpackungen von Märklin anbietet, ebenso von Faller. Diese Aktionen bewerte ich im Sinne der Nachwuchsfindung positiv!

Zitat von *3029* im Beitrag #16
... Oft wird die Meinung vertreten, dass der Vedes ihre angeschlossenen Mitgliedsbetriebe im Einzelhandel
das Rokal-Sortiment abgelehnt haben - was ich zumindest auf spezialisierte Moba-Geschäfte nicht generell bestätigen kann.
So hatten Vedes-Händler wie Feldhaus in Köln, Behle Frankfurt am Main u.a. Rokal ganzjährig komplett vorrätig. ...

Das Thema hatten wir schon einmal und ich hatte Dir hier darauf geantwortet.

Zitat von *3029* im Beitrag #16
... Weiters wird gesagt, die "grossen Drei" der Branche (Mä, Tri, Fl) hätten Druck auf Spielwarenhändler ausgeübt
Rokal nicht zu verkaufen - dies ist absoluter Unsinn. ...

Das ist sicherlich kein Unsinn. ROKAL war bei seinem Einstieg in die Modellbahn-Produktion kein unbekanntes Unternehmen. Schon Anfang der 1950er Jahre produzierte das ROKAL-Werk in Lobberich mit weit über 1.000 Mitarbeitern in einer modernen industriellen Großserien-Fertigung mit dem entsprechenden Know-how und den notwendigen Fertigungsanlagen Metalldruckguss-Erzeugnisse wie Sanitärarmaturen und Automobilvergaser.


Luftbild der Stadt Lobberich aus den 1950er Jahren mit dem ROKAL-Werk im Vordergrund.

Die bei ROKAL vorhandenen Fertigungskapazitäten waren immens im Vergleich zu den Produktionsmöglichkeiten der damaligen H0-Hersteller und "Moba-Platzhirschen" Märklin, Trix und Fleischmann. Dazu entwickelte ROKAL mit der ersten TT-Modelleisenbahn ein Qualitätsprodukt, das durch seinen deutlich geringeren Platzbedarf - ein identischer Gleisplan konnte mit TT auf exakt der halben (!) Fläche einer H0-Modellbahn realisiert werden - für den Modellbahner deutliche Vorteile bot. Dies alles - die großen und modernen Fertigungskapazitäten sowie der geringere Platzbedarf - bildete in den 1950er Jahren eine große Gefahr für die Marktanteile der im Spielwarenmarkt etablierten Hersteller.

Es wäre töricht anzunehmen, dass die solchermaßen bedrohten "Alteingesessenen" sich nicht durch entsprechende (erfolgreiche) Blockadeversuche gegen einen freien Zugang der neuen Moba-Marke ROKAL-TT zum Spielwarenfachhandel gewehrt hätten. Eine vom Vertriebsmitarbeiter beim Besuch des Fachhändlers in einem Nebensatz erwähnte mögliche "Lieferschwierigkeit" der eigenen Produkte bei Neuaufnahme des ROKAL-TT-Programms war schnell ausgesprochen und verfehlte zumeist nicht die gewünschte Wirkung. Schriftliche Belege über diese Vorgehensweise sind selbstverständlich nirgends zu finden.

Fakt ist jedoch, dass ROKAL sich in Deutschland nur teilweise und mit Mühe einen Zugang zum "gewöhnlichen Spielwarenfachhandel" erarbeitete. Die deshalb alternativ genutzten Vertriebswege werden hier erwähnt.

Ähnlich "distanziert" verhielt sich auch die deutsche Fachzeitschriftenbranche gegenüber der neuen Marke. Die in den 1950er Jahren größte deutsche Zeitschrift "Miniaturbahnen" berichtete auffällig selten in ihrem redaktionellen Teil über die ROKAL-Modelleisenbahn. Ein Grund dafür ist nicht nur in der räumlichen Nähe der Miba-Redaktion zu den Nürnberger H0-Herstellern Trix und Fleischmann zu sehen, sondern ebenso in den engen persönlichen Kontakten ...

Zitat von Blech im Beitrag Zur Historie der Firma Arnold.
... Der ChRed der Miba, WeWaW, -ein besonderer Freund des Hauses Trix- hat dazu mal in der Miba geschrieben ...

ROKAL kam in den 14-tägigen Miniaturbahnen-Heften eigentlich nur in der jährlichen Nürnberger Messeberichterstattung vor, dazu in einigen wenigen Heimanlagenvorstellungen von Miba-Lesern und in den verständlicherweise selten beauftragten Verkaufsanzeigen der ROKAL GmbH.

Dagegen informierte das ROKAL-Werk mit einigen ausführlichen redaktionellen Berichten im Magazin "Hobby" oder in anderen Technikmagazinen ebenso wie die sehr rührigen niederländischen ROKAL-Händler in niederländischen Publikationen. Das Beispiel Niederlande zeigt zudem, mit welcher Präsenz ROKAL im Spielwarenfachhandel vertreten sein konnte ohne Zugangsblockade.

Zitat von *3029* im Beitrag #16
Hier mal ein Beispiel wie der Ablauf so war wenn ein Spielwarengeschäft das Märklin-Sortiment neu in sein
Verkaufsprogramm aufnehmen wollte ...
(...) Angenommen, der betreffende Laden führte bereits mit Erfolg Fleischmann, Rokal usw. war die Chance
auf eine Belieferung aussichtsreicher ...

Hier beschreibst Du ein eher selten anzutreffendes Beispiel, wo Märklin ein Geschäftsverhältnis zu einem Fachhändler sucht, der schon ROKAL führt. Ich denke, in den 1950er Jahren war eher der gegensätzliche Fall anzutreffen, dass ROKAL einen Zugang zu einem Spielwarenhandel suchte, der schon zumindest einen der großen H0-Hersteller im Angebot führte ...

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zuletzt bearbeitet 20.02.2017 | Top

RE: ROKAL im Versandhaushandel

#18 von Charles , 20.02.2017 13:15

Hallo,

einen H0-Gleisplan auf halber Fläche nachzubauen ist selbst mit Spur N schwierig, mit Rokal ist es absolut unmöglich. Das ist eine von Rokal gepflegte Schimäre und wird schon durch den Maßstabsvergleich 1:87 zu 1:120 ad absurdum geführt.

In den 50er und 60er Jahren führten Spielzeugläden nur sehr wenige Modellbahnfabrikate. Also Märklin, Trix und Faller oder Märklin, Fleischmann und Faller. Manchmal abgerundet durch ein ein paar wenige Artikel von Jordan, Noch, Kibri, Busch oder Sander. Reine Modellbahngeschäfte gab es sowieso nur in größeren Städten. Modellbahn war ein zusätzliches Standbein für Optiker, Klempner, Fahrradgeschäfte usw., häufig auch nur im Winterhalbjahr ernsthaft betrieben. Von Februar bis September versank die Abteilung im Dornröschenschlaf oder wurde komplett ins Lager geräumt und durch Sommerspielzeug ersetzt.

Die meisten Händler wollen eine neue Firma erst einmal lieber nicht haben. Das bedeutet für den Händler nämlich mehr Arbeit. Außerdem braucht er Platz für das zusätzliche Sortiment und neues Kapital für die Erstausstattung . Auch Röwa und Roco taten sich anfangs sehr schwer und mussten sich den Platz in den Ladenregalen hart erkämpfen. Der Händler schwenkt grundsätzlich erst um wenn immer mehr Kunden die Ware nachfragen oder befreundete Händler sich immer wieder begeistert äußern.

Ein Händler träumt nämlich insgeheim von sozialistischen Verhältnissen, es gibt nur ganz wenige Artikel, keine Beratung, alle Kunden müssen Schlange stehen, um Bedienung betteln und die Preise sind vorgegeben.


Grüße aus dem Odenwald

Charles

 
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RE: ROKAL im Versandhaushandel

#19 von Blech , 20.02.2017 13:48

Leute,
gehts hier nicht um des Kaisers Bart?
Vielleicht hatten ja auch Händler schon früher gehört,
was mir jetzt bei einer Schau erstmals zu Ohren kam:
Rokal -welche Qual!
Vielleicht war das ja damals tatsächlich so.
Ich weiß noch, dass zur mich zur Echtzeit die Rokalbahn nicht die Bohne interessiert hat.
Erst heute finde ich daran Gefallen.
Und noch was:
Was Rokal finanziell stark zugesetzt hat,
war die Pleite mit dem Leistritz-Auspuff.
Ich fuhr damals Versuche für Adler mit der M250. Ich war damals aktiver Geländefahrer mit Semi-Werksvertrag.
Der Alutopf mit seinen engen Kanälen war -speziell bei Zweitaktern- schnell mit Ruß zugesetzt,
Bei jedem Sturz platze der Gusstopf -der Blechtopf bekam nur eine Delle.
Dr. Leistritz kannte ich persönlich, er war mit meinen Eltern befreundet.
Versprochen hat er wohl dem guten Kahrmann, dass die Regierung bald seinenTopf zur Pflicht machen würde, weil sooo viel leiser...
Leiser war er nur, weil nach und nach mit dem Rußzusatz die Leistung der Motoren abgenommen hat.
Die Motorradindustrie stellte das bald richtig und die Fachzeitschrift "Das Motorrad" ließ an der Erfindung kein gutes Haar.
Aus der Traum -und Kahrmann hatte den finanziellen Schaden. Und der war riesig, bei diesen Investitionen...
Das war ein echtes Problem für die Firma in Lobberich -das wird hier gerne vergessen.
Ich weiß, dass hier schon mal vom Frankfurter-Topf die Rede gewesen ist.
Ob aber von dieser Warte aus gesehen, weiß ich nicht.
Ich habe es jedenfalls hautnah erlebt. Hautnah simmt -mit Abflug.
Schöne Grüße aus Hessen
Blech

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ROKAL-Zugang zum Moba-Markt

#20 von Klein_Elektro_Bahn , 20.02.2017 14:59

Zitat von Charles im Beitrag #18
... einen H0-Gleisplan auf halber Fläche nachzubauen ist selbst mit Spur N schwierig, mit Rokal ist es absolut unmöglich. Das ist eine von Rokal gepflegte Schimäre und wird schon durch den Maßstabsvergleich 1:87 zu 1:120 ad absurdum geführt.

Ich rechne es gerne mal vor ... ... Im TT-Maßstab (1:120) besitzt ein identischer Gleisplan im Vergleich zu H0 (1:87) eine um den Faktor 1/120 : 1/87 = 87/120 = 0,725 kleinere Länge und ebenso eine um den gleichen Faktor kleinere Breite. Da die Modellbahnfläche das Produkt aus Länge x Breite ist, ist die TT-Bahn-Fläche deshalb 0,725 x 0,725 = 0,53 mal so groß wie die Fläche einer identischen H0-Anlage. Um die Ungenauigkeit von 0,03 im Faktor zur genannten "Halbierung" muss ja nun nicht gestritten werden, oder? Deshalb gilt: Eine TT-Bahn erfordert nur die Hälfte der Fläche einer identischen H0-Bahn. Eine N-Bahn benötigt nach dieser Berechnnung sogar nur 30% der Fläche einer H0-Bahn. Auf die gleichen Werte kommt man übrigens auch durch Ausprobieren ...

Zitat von Charles im Beitrag #18
Die meisten Händler wollen eine neue Firma erst einmal lieber nicht haben. Das bedeutet für den Händler nämlich mehr Arbeit. Außerdem braucht er Platz für das zusätzliche Sortiment und neues Kapital für die Erstausstattung . Auch Röwa und Roco taten sich anfangs sehr schwer und mussten sich den Platz in den Ladenregalen hart erkämpfen. Der Händler schwenkt grundsätzlich erst um wenn immer mehr Kunden die Ware nachfragen oder befreundete Händler sich immer wieder begeistert äußern.

Ein Händler träumt nämlich insgeheim von sozialistischen Verhältnissen, es gibt nur ganz wenige Artikel, keine Beratung, alle Kunden müssen Schlange stehen, um Bedienung betteln und die Preise sind vorgegeben.

Ja, Träumereien! Damals stand der Dienstleistungsgedanke oft noch im Vordergrund. Ich erinnere mich an die Krefelder "Bastlerzentrale", ein Ableger des Spielwarengeschäftes Sonnen, abseits gelegen in der dunklen Petersstraße im Schatten des großen Kaufhofs. Dort wurde man als Kunde zumeist rasch bedient und bestens beraten, ohne allzu lange Wartezeiten. Es mag stimmen, dass sich die Händler die Aufnahme einer neuen Marke gut überlegten, aber wo ein guter Umsatz zu erwarten war, wollte man auch dabei sein. Und bei der späteren Einführung der N-Bahnen von Arnold und den etablierten Lieferanten Trix und Fleischmann war das alles kein Problem.

Zitat von Blech im Beitrag #19
... Vielleicht hatten ja auch Händler schon früher gehört,
was mir jetzt bei einer Schau erstmals zu Ohren kam:
Rokal -welche Qual!
Vielleicht war das ja damals tatsächlich so. ...

Blech, Du schreibst in Rätseln! Die Marke "ROQUAL" gibbet nich!

Zitat von Blech im Beitrag #19
... Was Rokal finanziell stark zugesetzt hat,
war die Pleite mit dem Leistritz-Auspuff.
Ich fuhr damals Versuche für Adler mit der M250. Ich war damals aktiver Geländefahrer mit Semi-Werksvertrag.
Der Alutopf mit seinen engen Kanälen war -speziell bei Zweitaktern- schnell mit Ruß zugesetzt,
Bei jedem Sturz platze der Gusstopf -der Blechtopf bekam nur eine Delle.
Dr. Leistritz kannte ich persönlich, er war mit meinen Eltern befreundet.
Versprochen hat er wohl dem guten Kahrmann, dass die Regierung bald seinenTopf zur Pflicht machen würde, weil sooo viel leiser...
Leiser war er nur, weil nach und nach mit dem Rußzusatz die Leistung der Motoren abgenommen hat.
Die Motorradindustrie stellte das bald richtig und die Fachzeitschrift "Das Motorrad" ließ an der Erfindung kein gutes Haar.
Aus der Traum -und Kahrmann hatte den finanziellen Schaden. Und der war riesig, bei diesen Investitionen...
Das war ein echtes Problem für die Firma in Lobberich -das wird hier gerne vergessen.
Ich weiß, dass hier schon mal vom Frankfurter-Topf die Rede gewesen ist.
Ob aber von dieser Warte aus gesehen, weiß ich nicht.
Ich habe es jedenfalls hautnah erlebt. Hautnah simmt -mit Abflug.


Der "Frankfurter Topf" war für die ROKAL GmbH zweifelsohne ein Flopp, obwohl dieser in einer speziellen Variante (zehn-?)tausendfach für das Moped Vicky IV Export an die Nürnberger Victoria-Werke geliefert wurde. Auch das vorhandene Bausatz-Programm des FT von ROKAL wurde letztendlich an den Zweiradhandel veräußert. Der große wirtschaftliche Erfolg blieb wohl aus, der wirtschaftliche Schaden blieb begrenzt. Ein "echtes Problem" wurde dieser Misserfolg für das große ROKAL-Werk sicherlich nicht.

Es gab einen Privatfahrer, der auf einer Adler-Geländemaschine mit FT recht erfolgreich bei Geländefahrt-Meisterschaften unterwegs war. Den Namen habe ich gerade nicht parat. Der FT war u.a. der Auslöser für eine politisch gewollte Reduzierung von Lärmgrenzen bei motorisierten Zweirädern gegen Mitte der 1950er Jahre. Der deutschen Zweiradindustrie war der FT und sein Erfinder daher ein "Dorn im Auge". Der Erfinder Dr. Hans Karl Leistritz, ein Jurist, wurde in der gesamten "Fachpresse" der "Scharlatanerie" bezichtigt. Dass eine Lärmreduzierung durch das Funktionsprinzip des akustischen Interferenzverfahrens bei Zweiradschalldämpfern jedoch sehr wohl funktioniert, beweisen das sehr leise Moped Vicky IV Export der Victoria-Werke von 1957 und die Messungen auf dem Lesitungsprüfstand, der während der Leistritz' Tätigkeit in Lobberich im ROKAL-Werk installiert war. Mehr zum FT findet sich in einem Auszug aus dem "neuen" ROKAL-Katalog 22/D ...

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RE: ROKAL-Zugang zum Moba-Markt

#21 von Blech , 20.02.2017 15:33

Was mir eben noch eingefallen ist:
In Offenbach gab es Rokal bei Fahrrad-Brunner,
Ecke Bleich- und Waldstraße.
Wo noch? Ich weiß es nicht.
Eisen-Schneider eher nicht, Ehmann?
Schöne Woche!
Blech

KEB:
Die schnellere Akzeptanz der N-Bahnen von Trix, Flm oder Arnold
erklärt sich sicher auch damit, dass diese Firmen angestammte Spielzeughersteller waren,
deren sonstiges Programm bereits im Laden gefestigt gewesen ist.
Rokal kam von außen in ein eingefahrenes System mit langjährigen Lieferanten.
Das ist nicht so einfach.
bgw

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RE: ROKAL-Zugang zum Moba-Markt

#22 von Charles , 20.02.2017 15:39

Hallo,

Der Standardradius bei H0 liegt bei ca. 38 cm, in Spur N liegt er bei ca. 19 cm. Deswegen kommt das mit der Halbierung auch hin, bei Rokal liegt der Standardradius aber nicht bei 19 cm sondern bei ca. 28,5 cm.

Bei einer Tiefe von 100 cm kann man in H0 problemlos ein zweigleisiges Oval verlegen. Einem Rokal Gleisplan mit doppelgleisigem Oval und 50 cm Anlagentiefe sehe ich daher mit großem Interesse entgegen.

1:120 und 1:87 trennen von H0 ausgesehen ein Drittel, von TT aus gesehen ein Viertel. Auf keinen Fall aber eine Hälfte.


Grüße aus dem Odenwald

Charles

 
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RE: ROKAL-Zugang zum Moba-Markt

#23 von Klein_Elektro_Bahn , 20.02.2017 15:43

Zitat von Charles im Beitrag #22
... 1:120 und 1:87 trennen von H0 ausgesehen ein Drittel, von TT aus gesehen ein Viertel. Auf keinen Fall aber eine Hälfte.

Nochmals, Charles: Ich schrieb von einer Halbierung der Fläche!! Ich hab's doch vorgerechnet!

Der Außendurchmesser eines H0-Kreises beträgt 2 x 38 cm + ca. 3 cm (komplette Gleisbreite) = 79 cm, d.h. ein kreisrunder H0-Gleiskreis () passt soeben auf ein quadratisches Brett mit einer Kantenlänge von 79 cm. Die Fläche dieser H0-Minimal-Bahn beträgt dann 79 cm x 79 cm = ca. 62,4 qdm.
Der Außendurchmesser eines TT-Kreises beträgt 2 x 28,5 cm + ca. 2 cm = 59 cm, d.h. der kreisrunde TT-Gleiskreis passt soeben auf ein quadratisches Brett mit einer Kantenlänge von 59 cm. Die Fläche dieser TT-Minimal-Bahn beträgt dann 59 cm x 59 cm = 34,8 qdm.

Bei dieser Rechnung kommt zwar wegen der willkürlich festgelegten Standardradien nicht exakt die halbe Fläche heraus, aber der Rechenweg ist hoffentlich nachvollziehbarer ...

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RE: ROKAL-Zugang zum Moba-Markt

#24 von Klein_Elektro_Bahn , 20.02.2017 15:46

Zitat von Blech im Beitrag #21
... Die schnellere Akzeptanz der N-Bahnen von Trix, Flm oder Arnold
erklärt sich sicher auch damit, dass diese Firmen angestammte Spielzeughersteller waren,
deren sonstiges Programm bereits im Laden gefestigt gewesen ist.
Rokal kam von außen in ein eingefahrenes System mit langjährigen Lieferanten.
Das ist nicht so einfach.


Hallo Blech,

genau das ist ja auch die Quintessenz meines Beitrags #17 ...

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RE: ROKAL-Zugang zum Moba-Markt

#25 von Blech , 20.02.2017 15:50

Na, prima, Ralf!
Da sind wir uns ja in diesem Punkt einig
-mit der "Halbierung der Fläche" aber noch nicht.
Aber gut, Alice sagt sowieso, ich könnte nicht rechnen...
Schöne Zeit!
Botho

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