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Rivarossi BR 96 Erfahrungen

#1 von united.trash , 06.02.2017 13:25

Vor einiger Zeit hatte ich die Idee, neben meine richtig alten Loks einmal ein Hochdetail- Modell zu stellen und kam dabei auf Rivarossis Br 96.

Ein entsprechendes Objekt war bei ebay schnell gefunden und wechselte für angenehme 85 Euro den Besitzer.

Dafür habe ich dann ein Modell von 1981 bekommen, das in einer tadellosen OVP mit Beipackzettel und Kleinteiltütchen (ungeöffnet) geliefert wurde (Nr. 1005). Den äußeren Zustand konnte ich als erstklassig/ ladenneu einordnen.

Dass solch eine Mallet optisch - und dann in dieser Detail-Qualität begeisternd ist, muss ich näher nicht ausführen...

Allerdings, es handelt sich um das 3L- Wechselstrommodell. Auf's Gleis gesetzt fuhr die Chaise nun auch erst einmal ganz lustig, bis dann der Schalter nicht mehr reagierte. der Motor ist übrigens etwas lauter,
als man es z.B. von Fleischmann gewöhnt ist und dies lässt sich auch durch sorgfältiges Abschmieren nicht verändern.

Ich habe "il monstruo" also mal geöffnet. Gut, vorab sei zur Entlastung der Konstrukteure gesagt, dass man hier ein DC- Modell auf AC umgrüstet hat und dabei ehrlich bemüht war, die Modellqualität nicht leiden zu lassen. Deshalb steckt der FRU tief im Bauch, so dass ich erst einmal alles auseinanderschrauben musste. Kaputt war auch nix, hat nur etwas geklemmt und war schnell behoben.
Bei der Gelegenheit habe ich gleich noch den passenden Seuthe- Rauchentwickler eingebaut und mich um das vordere Lämpchen gekümmert, welches erst nach einiger Pfriemelei zu leuchten begann.

Interessant ist die Kraftübertragung. Der Motor sitzt am hinteren Ende der Lok, über eine Welle wird ein Turm des vorderen Fahrgestells angesteuert und dann per Zahnradkaskade die Kraft in den Keller geleitet.
Zwischen den beiden Drehgestellen werkelt eine weitere Welle, die das hintere Drehgesdtell versorgt. Interessant, aber nicht ganz unproblematisch. Im ganz langsamen Betrieb scheint die Lok doch etwas ruckelig zu arbeiten. Ansonsten ist das Getriebe schön abgestimmt, die Maschine fährt auch bei voller Leistung nich sonderlich schnell. Haftreifen hat sie keine.

Dann kam der Wiederzusammenbau. Eeieiei... Glücklich sind hier Menschen mit 4 Händen, denn die braucht man, um alle Eingeweide wieder in die Haube zu quetschen! Insbesondere am vorderen Drehgestellturm wird es eng mit den Kabeln der AC- Version und auch der Unterbringung der Kabel des Rauchentwicklers. Das merkt man dann nach dem Zusammenbau, wenn das ganze Gefährt sich in der Kurve selbst aus den Schienen hebt, weil alles mit den Kabeln verstopft ist und obendrein noch die imitierte Dampfleitung Platz finden soll. Nach 4-5 Versuchen hatte ich es dann. Probelauf, und ab in die Schachtel damit -- bloß nie mehr anfassen!

Nun ja, ein schönes Modell ist es ja, aber auch mit reichlicher Schraubererfahrung bleibt es eine Herausforderung.

Ganz negativ ist hervorzuheben, dass unter den Fahrgestellen kleine Federpakete nur angeklebt sind. Also beim Kauf aufpassen, dass die alle 16 Stück da sind und beim Hantieren immer darauf achten, dass nix auf dem Teppich landet! Die Lichtausbeute der Frontlampen ist im Gegensatz zu den Rückleuchten durchaus unbefriedigend.

Ansonsten bekommt man da für relativ wenig Geld ein tolles Modell, das in der 2-L- Gleichstromversion vermutlich wesentlich praxistauglicher ist. Die Detaillierung ist sehr fein ausgeführt und gegen alle meine Befürchtungen sind die Kesselleitungen etc. auch recht stabil.

Aber da das Vorbild wohl auch nur für den Betrachter, nicht aber für das strapazierte und durch ständige Defekte genervte Personal eine Freude war, kommt das Modell dem Vorbild hier doch besonders nahe!

Martin

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