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B-Außenrahmen Loks für Starkstrom

#1 von mastermurkser , 18.01.2016 20:36

Hallo liebe Kollegen,
Ein paar Bilder, eine Frage, und Geschichten aus dem RAW.
Mit der Frage fange ich an: Ich besitze 2 dieser Loks. Sie haben verschiedene Tender. Welcher ist authentisch?



Beide Loks kamen aus der Bucht. Nach dem Kauf der ersten war ich so begeistert, daß ich die zweite auch noch haben mußte.
Begeistert hat mich: Die Lok ist potthäßlich, wenn man sie mit Nietenzähleraugen sieht.
Aber sie ist vermutlich eine der ersten elektrisch angetriebenen Loks von Bing für die damals (ca. 1910) kleine Spur 0. Bing hatte Motoren für Spur 1. Um sie in Spur 0 zu verbauen, mußte man durch den Außenrahmen Platz schaffen. Das heißt aber auch, kaum eine Spur 0 Lok hat ein solches "Trumm" von Motor.
Interessant: obwohl der Motor für Wechselstrom vorgesehen war, sind die Eisenkerne nicht geblättert sondern massiv. Hier vermute ich, man wußte es auch damals schon besser, aber hat billige Fertigung für wichtiger angesehen als guten Wirkungsgrad.
Das stark untersetzte und sehr solide Getriebe sitzt im Rahmen und treibt nur eine Achse. Die andere wird über die Kuppelstangen mitgenommen. Die Zugkraft ist nicht zu toppen. Fährt die Lok gegen den Prellbock, bleibt sie (logisch) stehen. Die Räder rotieren mit gleicher Drehzahl weiter.....
Für mich neu war auch die Schaltung- die Frontlampe ist der Vorwiderstand des Motors. Das macht Sinn, denn die Frontlampe begrenzt den Strom. Wenn der Motor blockiert und niemand schaltet ab- der (damals teure) Motor brennt trotzdem nicht durch.



Rotor original- mit Klemmschrauben M1- sauberes Handwerk



links die Originalbürsten- ich habe sie durch heute übliche Kohlen ersetzt, rechts der Rest des Kollektors



ein Getriebe (fast) für die Ewigkeit



Stator- 20mm breit- bei Bing Loks aus ca. 1930 genügten 9mm Breite

Aus dem RAW
Glücklicherweise war die erste Lok sehr gut erhalten. Ich mußte sie nur (neugierig) zerlegen (alles ist geschraubt!). Eigentlich weniger ein Spielzeug, eher eine kleine Maschine. Alles reinigen, wieder zusammenbauen, ölen. Das wars.

Mit der 2.Lok hatte ich weniger Glück.
Beschrieben war sie als: nicht getestet, aber läßt sich leicht von Hand durchdrehen.
Das stimmte auch....
Aber:
Irgendein Vorbesitzer hatte umverdrahtet. Die Drähte waren verschmort. 2 der 3 Kollektorlamellen fehlten (ebenfalls Hitzeschaden). Seltsamerweise waren alle Wicklungen noch grün und nicht schwarz. Aber alle Drähte zu den inneren Spulenenden waren unerreichbar abgebrochen.
Also- alles neu wickeln.
Ich wollte aber möglichst den originalen baumwollisolierten Draht erhalten. Also habe ich mir Oma´s "Weife" besorgt.
(Die Weife diente vor langer Zeit zum Aufspulen von Handarbeitswolle).
Mir diente sie zum möglichst schonenden Aufwickeln des Spulendrahtes.
Ich war schwer im Zweifel, ob der 100 Jahre alte Spulendraht das Ab- und wieder Aufwickeln übersteht.
Nun weiß ich, er übersteht es!

Ein Bekannter (Held an der Drehbank) hat einen neuen Kollektor für mich angefertigt.
Nur eine Vereinfachung habe ich mir geleistet: Original sind die Spulenenden des Rotors mit Schrauben M1 am Kollektor angeklemmt.
Ich habe gelötet.
Davon abgesehen- der Motor sieht wieder aus wie vor mehr als 100 Jahren; und er läuft!

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zuletzt bearbeitet 18.01.2016 | Top

   

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