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Steuergleis 1006 ?

#1 von BW-Werner , 04.05.2014 19:11

Hallo,

ich habe hier ein Teil aus meiner Kindheit, welches ich wahrscheinlich auch seither nicht mehr in Benutzung hatte, damals aber, wie man am ziemlich abgenudelten Zustand sieht, heftigst in Betrieb war.







Vermutlich ist es ein Teil des Steuergleises 1006, so wie es ja auch von Karsten hier vorgestellt wurde Was braucht jeder Modellbahner?
Ich nehme an, daß das Gleis abgetrennt wurde und die Anschlußklemmen nachträglich angebracht wurden - es macht doch einen ziemlich handgestrickten Eindruck.
Beim testen entdeckte ich einen erstaunlichen Effekt, der mir aus der Kindheit nicht mehr in Erinnerung war - was auch nicht besonders wundern muß, da wir sowieso fast immer Vollgas fuhren - direkt neben der Nullstellung liegt die höchste Spannung an, die dann abnimmt, wenn man den Hebel nach aussen bewegt. Besonders sinnvoll ist das natürlich nicht, ich frage mich nun aber, ob das ein Ergebnis der vermutlichen Umbauarbeiten ist oder ob das bei dem Steuergleis 1006 generell so war.

Gruß Werner

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RE: Steuergleis 1006 ?

#2 von ricard , 05.05.2014 09:51

Das Vollgas ganz neben der Nullstellung liegt auch meine Erfahrung dieses Stück.

Meine Theorie ist dass wenn Schmutz und Oxid das Stromlauf behindert, hilft es die Bahn einen kurzen Impuls mit maximaler Spannung zu geben, um die Stromlauf wiederstellen. Wenn man langsam fahren will, bewegt man den Hebel schnell bis Endposition, der kurzer Maximulspannungimpuls überbrückt dem Oxid o.Ä. und das Zug läuft schön weiter.

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RE: Steuergleis 1006 ?

#3 von BW-Werner , 06.05.2014 18:02

Hallo,

offenbar ist diese ein wenig ungewöhnliche Anordnung der Spannungsregelung also original. Ja, das ist ein charmanter Gedanke mit der "Anfahrhilfe", nur umgekehrt, beim Anhalten wird es dadurch eher etwas schwierig. Aber das darf man bei den gerade mal drei Fahrstufen, die das Schalterchen bietet, wohl nicht so eng sehen. Wirklich benutzen will man es ja heute sowieso nicht mehr.

Gruß Werner

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RE: Steuergleis 1006 ?

#4 von Mikka2013 , 06.05.2014 19:17

Hallo, ich glaube das es ein Fahrtrichtungswechselschalter ist, für Trafos ohne V/R Steuerung. MfG. Mikka

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RE: Steuergleis 1006 ?

#5 von bigboy , 07.05.2014 01:36

Hallo zusammen,

das Steuergleis 1006 diente eigentlich nur dazu um die sogenannten Batteriezüge zu regulieren und die Fahrtrichung umzuschalten,
es basierte auf einem 1/2 Standartgleis der 1600 Serie.
Die Klemmen wurden mit einer 4,5 Volt Batterie verbunden oder mit dem Kleintrafo 1005. Das Ding war für eine maximale Eingangs-
spannung von 5,5 Volt Gleichstrom ausgelegt, also nicht für einen normalen GFN Trafo, oder gar Wechselstromtrafo geeignet, da
kein Gleichrichter eingebaut war.
Die Fahrtregelung erfolgte in drei Stufen, von der merkwürdigen Vollgasregelung direkt nach der 0-Stellung steht in der Artikelbe-
schreibung allerdings nichts.
Unten der Auszug aus dem GFN Katalog von 1959.

Gruß Norbert aus Essen

 
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RE: Steuergleis 1006 ?

#6 von pete , 07.05.2014 07:53

Hallo,

vielleicht wollte Fleischmann mit dieser Vollgasregelung den berühmten Bocksprung eines Mitbewerbers imitieren?
Nein, aber im Ernst, ich kenne diese Regelung auch bei ganz alten Trafos und das hat höchstwahrscheinlich damit zu tun, dass die alten Motoren einfach eine höhere Anfahrspannung benötigen. Heisst das nicht Losbrechmoment, oder sowas, wenn der Punkt erreicht ist, wo der Motor losdreht?

Gruß
Peter


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RE: Steuergleis 1006 ?

#7 von BW-Werner , 13.05.2014 11:11

Hallo,

toll wenn man ganz unverhofft in einem alten thread, bei dem es eigentlich um was ganz anderes ging, eine Info erhält, die man damals glatt übersehen hatte, weil die Fragestellung damals noch gar nicht im Bewußtsein war.
Es geht um diesen thread, der gestern von einem user hochgezogen wurde meine neuesten Fleischmänner , konkret um Beitrag 6 von Karsten, das vorletzte Bild. Dort sieht man auf der Innenseite des blauen Schachteldeckels eine graphische Darstellung der Regelung mit dem Steuergleis 1006. Ganz eindeutig wird die niedrigere Geschwindigkeit mit einem Pfeil und mäßig gedrücktem fiktivem Rauch auf der äußeren Reglerstellung, mit zwei Pfeilen und flach gedrücktem Rauch, die höhere Geschwindigkeit direkt neben der Nullstellung auf dem Regler gezeigt.
Jetzt haben wir also auch noch quasi eine offizielle Betriebsanleitung zu 1006 gefunden.

Gruß Werner

BW-Werner  
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RE: Steuergleis 1006 ?

#8 von JensB , 13.05.2014 12:50

Ist schon recht interessant, was hier zusammengetragen wurde.

Allerdings kann ich immer noch nicht nachvollziehen, warum nach der Null-Mittelstellung sofort Vollgas kommt und dann die Geschwindigkeit nach außen hin abnimmt.
Wenn ich mit dem Zug anhalten möchte, muss ich doch zuerst langsamer werden. Von einem deutschen Produktentwickler würde ich die realisierte Logik auf jeden Fall nicht erwarten. Außer....es gibt einen ganz bestimmten Grund dafür.


Viele Grüße
Jens
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RE: Steuergleis 1006 ?

#9 von Ochsenlok , 13.05.2014 19:39

Hallo zusammen,

Auf der Suche nach Begründungen für die unlogisch anmutenden Hebelstellungen:

1.) Eigentlich wollte damals keiner langsam mit der Eisenbahn fahren, also kam zuerst "Vollgas". Gleisebügeln war noch nicht angesagt. Wobei ja noch die Frage im Raum steht, wie schnell so eine 4,5V Batterielok tatsächlich fuhr. Ich habe keine Erfahrung damit; vielleicht war das ja gar nicht so doll mit dem Tempo.

2.) Was ist eigentlich drin in dem Schaltgleis-Gehäuse? Wahrscheinlich ein paar abgestufte Widerstände, über deren Verlustleistung die Spannung eingestellt wurde. Somit ergeben sich bei kleinster Geschwindigkeit recht hohe Verluste, wodurch der Spielspass über die Batterielebensdauer begrenzt wurde. Vielleicht wollte man damit also durch Vermeidung des "Verbratens" wertvoller Batteriekapazität sparen zugunsten eines "Geschwindigkeitserlebnisses" und die Anzahl der fahrbaren Runden erhöhen. Wer dennoch unbedingt langsam fahren wollte, musste halt den Hebel dann doch ganz nach unten schieben. Den anderen blieb das Überfahren dieser Positionen erspart.

3.) Die Anordnung "Langsam = Hebel unten" und "Volle Kraft = Hebel oben" entspricht der Anordnung der Befehle auf den alten Maschinentelegraphen auf der Steuerbrücke eines Schiffs. Bloß dass sich beim Maschinentelegraph die "Halt"-Stellung ganz unten (also sinnvollerweise zwischen den langsamen Fahrstufen) befindet. Der Hebel des Schaltgleises ließ sich aber aus verständlichen Gründen nicht auf eine Position unter dem Schaltgleis einstellen.

4.) Wem fallen noch bessere Ausreden ein ????

Wer hat schon mal so ein Schaltgleis im Batteriebetrieb getestet und kann was zur "Dynamik" der Batterieloks sagen?

Viele liebe Grüße
Dennis

 
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zuletzt bearbeitet 13.05.2014 | Top

   

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