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Märklin Gepäckwagen 344 JB und 349 Salonwagen der CIWL

#1 von Eisenbahner , 20.10.2008 20:54

Ich bin in der letzten Woche im schönen Domburg in der niederl. Provinz Zeeland gewesen. Dort in der Umgebung von Middelburg habe ich dann einen sehr netten holl. Märklinsammler kennengelernt.
Nach einigen Gesprächen über Märklin zeigte er mir einen Wagen, so wie ich ihn bisher noch nicht gesehen habe. Ich hatte leider keine Kamera dabei, aber ich werde ihn mal beschreiben.
Es handelte sich um den Salonwagen 349 in blau von Märklin. Aber blau war nur eine Hälfte des Wagenkastens, die andere Hälfte des Wagens incl. Wagenendteil war kräftig grün!
Anhand der vernickelten Bügelkupplungen, der hellen Puffer und der gerissenen Gußräder konnte man des Baujahr auf 1940/41 bestimmen. Es war auf der grünen Seite deutlich die CIWL Aufschrift zu sehen.
Märklin hatte wohl hier eine Wagenseite aus dem Jahr 1937, mit sehr viel Schellack Schutzlackierung, erst im Jahr 1940/41 mit der damals aktuellen Produktion zusammengebaut. Gegen das Licht gehalten sah die Schrift der grünen Seite unter der vergilbten Schutzlackierung richtig erhaben aus.
Die andere blaue Seite sah sehr viel matter aus und ich hatte nicht den Eindruck das dort eine Schellacklackierung aufgetragen worden war.

Ich habe meinen Wagen 349 danach auch betrachtet und sah auf einer Seite auch einen etwas größeren Schellackauftrag, aber nicht so viel, daß sich die Farbe verändert hat.

In der Produktion des Jahres 1937 hat Märklin wohl sehr viel Schellack auf die Wagen aufgetragen.
Ich habe Ende Mai diesen Jahres in Berlin einen 344 JB gefunden, den ich beim ersten Hinsehen als grünen 344 B angesehen hatte. Nur die goldenen Linien und der Aufdruck 344 J zogen meine Blicke an. Beim näheren Hinsehen stellte sich heraus, daß sich die blaue Farbe des 344 JB durch dicken Schellackauftrag in dunkelgrün verwandelt hatte. Das Dach hatte sich in ein dunkeloliv gewandelt.
Die Art und die Stufen der Vergilbung des Schellack kann tolle Farbveränderungen hervorrufen, daher ja auch die "goldenen" Vorkriegsdächer der Reisezugwagen der 350er Serie, die wir ja alle so mögen . Hier einige Bilder der oben beschrieben Wagen:

links 344 JB von 1936 in blau, rechts 344 JB von 1937 in dunkelgrün(kommt beim Foto leider nicht so zur Geltung)


links 349 von 1938, rechts 344 JB von 1937


Ich hoffe, die Bilder gefallen.

Gruß
euer Eisenbahner
Hans-Gerd


 
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RE: Märklin Gepäckwagen 344 JB und 349 Salonwagen der CIWL

#2 von DL 800 ( gelöscht ) , 21.10.2008 08:52

Hallo Hans-Gerd,

bist du Dir sicher das da Mit Schellack gearbeitet wurde ?-oder ist das so Sammlerjargon-würde mich interessieren ob Du da mehr info hast.

Mfg
DL 800

DL 800

RE: Märklin Gepäckwagen 344 JB und 349 Salonwagen der CIWL

#3 von Eisenbahner , 21.10.2008 11:31

Zitat von DL 800
Hallo Hans-Gerd,

bist du Dir sicher das da Mit Schellack gearbeitet wurde ?-oder ist das so Sammlerjargon-würde mich interessieren ob Du da mehr info hast.

Mfg
DL 800



Hallo DL 800,
in der Vorkriegszeit hat Märklin bei allen Modellen eine Schutzlackierung auf den Lack aufgetragen. Diese Schellack- oder auch Leinölfirnisschutzlackierung bei noch älteren Modellen diente dem besonderen Schutz der Lackierung oder der Blechlitografie. Ein kleiner Kratzer beschädigte nicht sofort das bedruckte Blech wie bei billigeren Modellen ohne Schutzlack. Viele andere damalige Hersteller, besonders Kaufhausmarken haben darauf verzichtet.

Allerdings hat dieser Schutzlack auch farbliche Veränderungen in der Optik der Modelle hervorgerufen. Wie schon beschrieben sahen silberne Dächer nach einer gewissen Zeit goldfarben aus. Ein typisches Beispiel ist die sog. Exportserie der Modelle 352 J, 353 J und 354 J Anfang der vierziger Jahre. Wahrscheinlich war das Material der Schutzlackes nicht mehr so toll in der Qualität wie in der Vorkriegszeit, sodaß sich später diese Wagen optisch von blau in graugrüne oder olivgrüne Wagen veränderten.
Bei späterer längerer Lagerzeit der Modelle, besonders in Kartons oder in Papier konnten dann bei ungünstigen Fällen auch Druckspuren in der Schutzlackierung und dadurch auch in der Litografie entstehen. Besonderes Beispiel sind die beiden Wagen 349 und 349 E in der ersten Ausführung von 1937/38. In der direkten Nachkriegszeit hat Märklin wohl aus Rohstoffmangel auf die Schutzlackierung verzichtet.
In der Nachkkriegszeit hat Märklin um 1950/51 noch einmal einige Modelle mit dünnem Schutzlack versehen. Wobei auch hier keine Probleme ausblieben sind
Deutlich zu sehen ist das des öfteren beim Krokodil CCS 800 und bei der E-Lok SE 800 durch stumpfe Streifen auf den Seiten der Modelle, die durch den Abdruck der Wellpappe im Karton verursacht wurden.

Sollte ich etwas übersehen haben oder jemand weiß noch speziellere Details, bitte antworten.

Gruß
Hans-Gerd


 
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RE: Märklin Gepäckwagen 344 JB und 349 Salonwagen der CIWL

#4 von 410 NG , 21.10.2008 13:50

" Deutlich zu sehen ist das des öfteren beim Krokodil CCS 800 und bei der E-Lok SE 800 durch stumpfe Streifen auf den Seiten der Modelle, die durch den Abdruck der Wellpappe im Karton verursacht wurden. "

Das ist in jeder Hinsicht richtig, deshalb sind gerade diese Modelle sehr gesucht und extrem selten welche diese Merkmale nicht aufweisen, unter tausenden vielleicht mal eines dabei !
- selbiges gilt übrigens auch für die Wagen dieser Zeit -

Gruß 410 NG

410 NG  
410 NG
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re

#5 von DL 800 ( gelöscht ) , 22.10.2008 09:13

hallo Sammlerfreunde...,

ja klar,das mit der Schutzlackierung kenn Ich,habe aber meine Probleme mit den Begrifflichkeiten .
Zwischen Schellack und Leinölfirnis gibts erhebliche Unterschiede!!!

1.Schellack-Alkohol(Spiritus)basis-in 10min. trocken-verträgt sich nicht mit Nitrolack-

2.Leinöl-firnis(Öl-basis)-in ca. 3 Wochen trocken(auf metall) trotz Sikkativ(trocknungsbeschleuniger)-

Habe leider noch keinen Versuch auf Litho.- gemacht

Zur Info-die von Sammlern oft gebrauchten Lack"sorten" stammen aus der Möbelbranche-und wurden vornähmlich für Holz benutzt!!!

Vielleicht wissen 410NG und/oder tinplate AG noch genaueres ???

Grüße
DL 800

DL 800

   

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