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Ae 6/6 3050.1

#1 von SAH , 12.06.2011 19:27

Guten Abend Liebe Forenmitglieder,

bei der Untersuchung an einer 3050 Version 1 nach Koll fielen mir folgende Details auf:
Die Treibgestellverkleidung hat ansteller zweier Kunststoffnasen zwei Drahtstifte an diesem Platz, die dementsprechend in die Nute des Treibgestells reichen. Interessanterweise kann ich am Rahmen keine Abbruchspuren feststellen. Frage 1: ist das wirklich echt so, oder hat da jemand rumgepfriemelt und ich bin reingefallen?
Die Elektrik des Modells ist mit der Trickschaltung versehen, also fahrtrichtungsabhängige Stirnbeleuchtung. War die für die erste Version ab Werk so, oder ist dies auch nachträglich erstellt worden?
Das Getriebe ist recht schwergängig trotz Reinigung und Abschmierens auch ohne Bürsten. Auch hier die Frage: ist dies für diese Modelltype üblich? (die Vergleichstypen Nohab und E94 mit ähnlichem Getriebe sind relativ leicht an den Rädern von Hand zu bewegen.

mit freundlichen Grüßen,
Stephan-Alexander Heyn


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RE: Ae 6/6 3050.1

#2 von TEE2008 , 12.06.2011 20:16

Hallo SAH,
die 3050.1 besitzt ab Werk einen Lichtwechsel und am Treibgestell befinden sich Drahtstifte
Der damalige Thread, indem das Thema Lichtwechsel bei der 3050.1 bereits diskutiert wurde: Neue Errungenschaften =) (2)

Hier das Innenleben von meiner 3050.1:























Gruß

Tobias

 
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RE: Ae 6/6 3050.1

#3 von MS 800 , 12.06.2011 22:48

Klasse, Leute,

diese Einsicht blieb mir bisher verborgen. Man findet es ja auch kaum irgendwo in den gängigen Beschreibungen. Dieser Fahrtrichtungsschalter ist der Hammer. Er ist auch in dem Triebwagen 3070 drin und bewirkt dort die Schleiferumschaltung, sodass immer der vordere Schleifer den Strom aufnimmt. Ich wusste bis dato nicht, dass er in der 3050 auch drin war. Der Lichtwechsel bei der 3050.1 ist also keine Trickschaltung, sondern ein echter Umschalter in einem getrennten Stromkreis.

Wer eine Oberleitung installiert hat, aber die Loks nicht damit fährt, kann mittels dieses Umschalters bei Elloks ein fahrtrichtungsabhängiges Konstantlicht erzeugen, das sogar brennt, wenn die Lok steht. Dazu wird der Handschalter für den Wechsel auf Oberleitung deaktviert und die Beleuchtung direkt an den Oberleitungskontakt angeschlossen. Die Helligkeit des Lichts ergibt sich dann aus der Spannung in der Oberleitung und ist völlig unabhängig von der Fahrspannung, die ja durch den Mittelleiter übertragen wird. Die Lokbeleuchtung (= Spannung in der Oberleitung) kann auch ausgeschaltet werden - dann fahren die Loks ohne Licht.

VlG

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RE: Ae 6/6 3050.1

#4 von SAH , 12.06.2011 23:08

Guten Abend zusammen,

@Tobias: vielen Dank für die vielen Bilder. Der Umschalter jedoch ist bei meinem Exemplar ein 208240-Relais, also das normale Standard-Relais. Folglich habe ich die Trickschaltung in meinem Modell. Das bei Dir abgebildete Relais ist 21175(0), und sollte laut ET-Liste von 1966 (3050) nicht verbaut worden sein. Ich kann mir das nur erklären, daß das TEE-Relais aufgrund einer Verwechslung oder eines expliziten Kundenwunsches in die Ae 6/6 (3050) eingebaut wurde.

mit freundlichen Grüßen,
Stephan-Alexander Heyn


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RE: Ae 6/6 3050.1

#5 von TEE2008 , 12.06.2011 23:15

Zitat von SAH
Guten Abend zusammen,

@Tobias: vielen Dank für die vielen Bilder. Der Umschalter jedoch ist bei meinem Exemplar ein 208240-Relais, also das normale Standard-Relais. Folglich habe ich die Trickschaltung in meinem Modell. Das bei Dir abgebildete Relais ist 21175(0), und sollte laut ET-Liste von 1966 (3050) nicht verbaut worden sein. Ich kann mir das nur erklären, daß das TEE-Relais aufgrund einer Verwechslung oder eines expliziten Kundenwunsches in die Ae 6/6 (3050) eingebaut wurde.

mit freundlichen Grüßen,
Stephan-Alexander Heyn


Das ist eher unwahrscheinlich,da ich zwei 3050.1 mit diesem Umschalter besitze,die aus verschiedenen Quellen stammen.


Gruß

Tobias

 
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RE: Ae 6/6 3050.1

#6 von MS 800 , 13.06.2011 18:58

Evt. sind das ja schon zwei Versionen, beispielsweise 3050.1A ab 1964 mit dem "guten" Relais, um es für den 3070 zu testen und dann später, als dessen Zuverlässigkeit ausreichend gezeigt war, natürlich aus Kostengründen Einbau des "normalen" Wippenrelais und Trickschaltung für den Lichtwechsel (3050.1B).

In den Kolls dieser Welt steht das natürlich nicht drin. Die gehen ja nur nach dem Äußeren und geben bestenfalls noch den Lichtwechsel an. Die "inneren Werte" werden ja von diesen Kollegen beinahe völlig vernachlässigt. Collection gibt beispielsweise nicht einmal an, dass bei der 3050 jemals ein Lichtwechsel stattgefunden hat.

Dass später der Lichtwechsel ganz aufgegeben wurde, als die Trickschaltung nicht mehr gewollt war, steht auf einem anderen Blatt.

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RE: Ae 6/6 3050.1

#7 von SAH , 13.06.2011 19:14

Guten Abend Tobias,

Zitat von TEE2008
Das ist eher unwahrscheinlich,da ich zwei 3050.1 mit diesem Umschalter besitze,die aus verschiedenen Quellen stammen.



dito. Daher vermute ich, daß MS800 am ehesten richtig liegt. In der Tat lassen die Sammlerkataloge derartige Details außer acht, denn nach deren Ansicht interessieren sich Sammler nicht für so einen (O-Ton auf der SEAS 2010!) ,,Blödsinn".
Anmerkung: diese Antwort erhielt ich von einem Anbieter, der Nachschlagewerke in der Auslage hatte auf meine Anfrage, ob auch technische Details der Modelle aufgelistet sind.
Einzig irritierend ist die Tatsache, daß das Relais 21175(0) nicht in der offiziellen ET-Liste enthalten ist. Da diese Liste von 1966 ist, bleibt für die ,,bessere" 3050 nur noch 1964/1965. Laut der Drucknorm meines Testexemplars, ist dieses von 1966.

mit freundlichen Grüßen,
Stephan-Alexander Heyn


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RE: Ae 6/6 3050.1

#8 von Eugen & Karl , 13.06.2011 20:57

Hallo,

Märklin beschritt bei der Markteinführung der Maschine einen Sonderweg.
Dies geht aus dem Rundschreiben R/135 D hervor:

" Göppingen, den 21. Februar 1964

Sehr geehrter Geschäftsfreund,

wir freuen uns, daß wir es möglich machen konnten, eine unserer Neuheiten schon vor dem Osterfest in voraussichtlich ausreichender Menge zum Versand bringen zu können.

Es handelt sich um die

elektrische Mehrzwecklokomotive 3050, Modell der Serie Ae 6/6 der Schweizerischen Bundesbahnen.

Um Ihnen entgegenzukommen und die Abwicklung des Versandes flüssiger gestalten zu können, werden diese Lokomotiven in den Stückzahlen 2, 5 und 10 vorgepackt und als einmalige Sondersendung sofort porto- und verpackungsfrei zum Versand gebracht.

Zu Ihrer Erleichterung fügen wir eine entsprechend vorbereitete Bestellkarte bei, mit der Sie uns Ihre Wünsche bitte bis zum 7. März 1964 bekanntgeben möchten. Eine spätere Einsendung dieses Sonderauftrages kann leider nicht in diesem Rahmen ausgeführt werden.

Um Doppellieferungen zu vermeiden, bitten wir Sie, diesen Sonderauftrag bei Aufgabe Ihrer Gesamtbestellung zu berücksichtigen.

Mit freundlichen Grüßen
GEBR. MÄRKLIN & CIE. GMBH."


Die Nürnberger Spielwarenmesse fand übrigens vom 23.- 28.02.1964 statt.


Viele Grüße

 
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RE: Ae 6/6 3050.1

#9 von Eugen & Karl , 14.06.2011 08:13

Hallo,

es gibt ab 1966 einen Artikel, der auch in diese Maschine passen soll: Das Signalhorn 7214 (später 7213).


Viele Grüße

 
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RE: Ae 6/6 3050.1

#10 von MS 800 , 16.06.2011 02:10

Zitat von SAH
... Das bei Dir abgebildete Relais ist 21175(0), ...



Ich komme gerade jetzt erst dazu, die Artikelnummern zu verifizieren. Das im 3070/3071 verbaute Relais hat die Nummer 22049. Davon habe ich mehrere zum weiter oben genannten Zweck verwendet. Der Artikel 21175 wurde gemäß meinem alten K.H. Altstaedt für 3010 (1957-1959), 3015 (1960+1961, später Artikel 20866), 3045 (1967-1971), 3048 (1962-1966) und 3049 (1967-1971) verwendet, wobei letzteres kaum stimmen kann, denn die 3049 kam erst 1978 heraus. Vermutlich soll es 3046 heißen. So steht es auch im Ersatzteilblatt von 1967. Dass 3010 und 3015 einen Walzenumschalter brauchen, ist verständlich, da er dort liegend eingebaut ist. Warum aber gerade die 44er-Derivate und die 01 noch so lange einen Walzenumschalter behielten, bleibt wohl eines der vielen Geheimnisse der Märklinschen Einzelteilewesens. Ich gehe davon aus, dass Altbestände aufzubrauchen waren. Der 3048 wurde dann immerhin gegen Ende ihrer Lebenszeit 1972 noch das Relais 20824 mit der Wippe spendiert, bevor sie durch 3085 ersetzt wurde.

Zitat von SAH
... Einzig irritierend ist die Tatsache, daß das Relais 21175(0) nicht in der offiziellen ET-Liste enthalten ist. Da diese Liste von 1966 ist, bleibt für die ,,bessere" 3050 nur noch 1964/1965. Laut der Drucknorm meines Testexemplars, ist dieses von 1966. ...



Siehe oben, 21175 war sicher nie in der 3050 drin. Die Einzelteilliste von 1967 ist laut Altstaedt die erste, die es von der 3050 gibt. Da wäre nach meiner obigen Theorie schon das Wippenrelais drin gewesen, wie es ja auch in der Liste steht.

Aber auch ich bin einem Trugschluss aufgesessen. Ich habe mir aber gerade die Bilder von Tobias nochmal genauer angesehen und dabei bemerkt, dass es sich bei dem dort verwendeten Umschalter um den 21899 handelt. Die Mittelkontakte beider Umschalter hängen in der 3050.1 durch ein Blech mit dem Ausgang des Unterbrecherkontakts zusammen. Beim 22049 sind beide Umschalter völlig unabhängig, sowohl voneinander als auch von dem Unterbrecherkontakt. Der 21899 ist also nicht zu dem von mir oben geschilderten Zweck geeignet, sondern nur dazu, ohne Trickschaltung beispielsweise einen Lichtwechsel hinzukriegen. Die Stromentnahme für das Licht aus einem anderen Stromkreis (z.B. Oberleitung) ist mit diesem Schalter nicht möglich. Ich gehe jetzt noch mehr davon aus, dass in der 3050.1 mit dieser Ausführung, ein neues Umschaltprinzip getestet wurde, das dann im 3070/3071 zum ersten Mal "richtig" in Serie ging, wenn auch in der geänderten Ausführung des 22049 und später im 3076/3028 nochmal für den Lichtwechsel verwendet wurde.

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RE: Ae 6/6 3050.1

#11 von MS 800 , 16.06.2011 02:46

Gerade habe ich in der Bedienungsanleitung (Druckdatum 0274) eines meiner 22049 gelesen, dass der Umschalter 23400, der den 21175 abgelöst hat, "... für die Lokomotive 3015 und für Lokomotiven mit Raucheinrichtung" bestimmt ist. Kann hier jemand bestätigen, dass die Rauchpatronen eine Stromunterbrechung beim Umschalten brauchen, weil sie den 24V-Impuls nicht vertragen?

Damit könnte ich mir erklären, warum 3045, 3046 und 3048 und später auch noch 3091 und einige ihrer Abkömmlinge den 21175/23400 eingebaut bekamen. Andere Loks haben damals nicht geraucht. Wieso hat dann aber 1972 bei der 3048 plötzlich doch der Wippenschalter gereicht? Der unterbricht doch eigentlich den Strom beim Umschalten ebenfalls.

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RE: Ae 6/6 3050.1

#12 von Eugen & Karl , 16.06.2011 07:32

Hallo,

dem Artikel 3050 lag eine Gebrauchsanleitung bei.

Es ist kaum denkbar, dass der Kunde in der Maschine einen anderen Automaten vorfindet als den dort beschriebenen, der auch noch anders einzustellen wäre.

Die Gebrauchsanweisung hätte durch ein Zusatzblatt oder durch Handstempel dem Ist- Zustand angepaßt werden müssen.


Viele Grüße

 
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RE: Ae 6/6 3050.1 und der fette Automat

#13 von 410 NG , 16.06.2011 07:47

Guten Tag werte Gemeinde,

Die ersten 3050 hatten nur diesen Schaltautomat. Interessant ist der Stromlaufplan, siehe Motorschild.
Es hat mich eher gewundert daß hiervon bis jetzt niemand was zu schreibt.

Der schwarze Baron an der linken Seite Bürstenführung und dann oben rechts - ab damit an Masse!
Ein kleiner Hauch von HAMO läßt hier grüßen.

Zu den Unterschieden der Automaten als solches - Neben der Kostenfrage gilt es zu berücksichtigen daß der Klassiker mit Unterbrecherkontakt der eindeutig bessere Automat ist.

Und das in mehrerlei Hinsicht.

Zum Einen schaltet dieser Automat bei einem Hub von nicht einmal 10 bis 20 % der gesamten Wegstrecke den Fahrstrom ab.

Der Klassiker wie er in seiner Endreife ab 59 gebaut wurde macht hier unrühmliche 70 bis 80 % Hub bis der Fahrstrom unterbrochen wird. Korrekte Basiswerte / Federspannung - als auch der Federtyp sind hier selbstredend vorausgesetzt.

Was das im Spielbetrieb ausmacht kann sich wohl jeder denken. In der Virtine passiert da freilich nix.
Der erzielte Nebeneffekt für den Rauchentwickler tat ein Übriges dazu.

Einen schönen Tag für die Gemeinde.

Gruß von der Scheibe 410.

410 NG  
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RE: Ae 6/6 3050.1 und der fette Automat

#14 von Eugen & Karl , 16.06.2011 13:46

Hallo,

durch die Hilfe unseres Kollegen "Dampf" konnte die wenig beachtete Gebrauchsanleitungs- Spur (s.o.) weiter verfolgt werden.

Wie schon vermutet, schlägt sich der Wechsel beim Umschaltautomaten hier tatsächlich nieder.

In der Anleitung "YN 01 64 ka" vom Januar 1964 ist der fette Automat abgebildet und beschrieben.

Dieser Anleitung lag dann später im Jahr ein Zusatzblatt ("TN 11 64 ju") vom November 1964 bei, in dem zu lesen ist, dass entgegen der Beschreibung in der Anleitung die Maschinen mit einem anderen Fahrtrichtungsumschalter geliefert werden. Dieses Blatt hatte die Teilenummer 68919.

Alles andere wäre untypisch für die Göppinger gewesen.


Viele Grüße

 
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RE: Ae 6/6 3050.1 und der fette Automat

#15 von MS 800 , 16.06.2011 22:57

Zitat von 410 NG
... Die ersten 3050 hatten nur diesen Schaltautomat. Interessant ist der Stromlaufplan, siehe Motorschild.
Es hat mich eher gewundert daß hiervon bis jetzt niemand was zu schreibt.

Der schwarze Baron an der linken Seite Bürstenführung und dann oben rechts - ab damit an Masse!
Ein kleiner Hauch von HAMO läßt hier grüßen. ...



Der Stromlaufplan ist dem Fahrtrichtungsschalter 21899 geschuldet und wird dadurch erzwungen, dass am Schaltautomat der Fahrstrom für die Feldspule geschaltet wird nicht die Masse derselben, wie beim Wippenautomat. Daher ist dieser Anschluss völlig logisch und konsequent. Anders würde der Motor nicht funktionieren (mit dem 22049 würde man wahrscheinlich einen "normalen" Stromlaufplan realisieren - mit dem einen Kontakt schaltet man den Lichtstrom, mit dem anderen die Motormasse). Der 3076/3028 musste aus dem gleichen Grund später - praktisch zwangsweise - ebenso verdrahtet werden, wie diese 3050.

Das Einzige, was man an dieser Stelle als ungewöhnlich herausstellen könnte, wäre, dass Märklin der Lok ein Kabel spendiert hat, das eigentlich nicht nötig ist und zwar zwischen der Masse am Motor und der Masse am Fahrtrichtungsschalter/Chassis. Es war wohl die Befürchtung vorhanden, dass es einen Betriebszustand geben könnte, in dem die Masseableitung über das Motordrehgestell wegen der Haftreifen bei gleichzeitig unebener Gleislage (die Mittelachse des Drehgestells hebt ab, u.U. beim Übergang in eine Steigung) nicht mehr gegeben ist und gleichzeitig das Motorgestell auch keinen Kontakt zur Grundplatte der Lok hat, insgesamt also ein doch recht unwahrscheinlicher Zustand. Durch die zusätzliche Leitung ist die Motormasse fest mit der Bodenplatte verbunden und daher immer ein einwandfreier Massekontakt gegeben. Beim Wippenautomat ist die Masseverbidung durch den Automat ständig gegeben, das zusätzliche Kabel also zu keiner Zeit erforderlich, auch wenn man mit einer dauerhaften Kontaktstörung am Motordrehgestell rechnet. Eine Funktionsstörung des Motors durch Kontaktprobleme ist bei der gezeigten 3050 durch die Extra-Leitung mit großer Sicherheit ausgeschlossen. Der zugrunde liegende Gedanke: "Fahren muss die Lok, alles andere ist sekundär." könnte mancher heutigen Konstruktion auch zur Ehre gereichen .

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RE: Ae 6/6 3050.1 und der fette Automat

#16 von MS 800 , 14.12.2011 22:01

Hallo, Leute,

wo sind die schönen Bilder geblieben?

Mir ist inzwischen auch eine 3050.1 mit Anleitung und Schachtel von 0164 zugelaufen. Sie hat den "normalen" Walzenumschalter mit Unterbrecherkontakt, wie in der Anleitung abgebildet und lichtwechselt daher durch die Trickschaltung - immerhin. Infolgedessen hat sie eine "ganz normale" Verdrahtung, also vom Schleifer bzw. Dachstromabnehmer an den OL-UL-Umschalter, von dort an den Kontakt des Fahrtrichtungsschalters, von dort über den "Baron" zum Anker, ..., usw., also Standard. Ich finde die Verdrahtung mit dem 21899 spannender.

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zuletzt bearbeitet 04.03.2012 | Top

RE: Ae 6/6 3050.1 und der fette Automat

#17 von boehmi59 , 16.04.2012 13:35

Ich habe zwei Ae 6/6...

Eine mit Kartonaufdruck 1/64 und eine 8/65. Beide weisen den Lichtwechsel auf, wie es auch seinerzeit im Katalog
auch beschrieben war.

Weitere Besonderheiten sind mir nicht aufgefallen. Außer: Es sind sehr schöne Loks die gut laufen.

Gruß
Martin

 
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RE: Ae 6/6 3050.1 und der normale Walzenumschalter

#18 von weichenschmierer , 04.01.2018 21:36

Grüßt Euch !

Gestern abend bekam ich von meiner Tante eine Märklin 3050 Ae 6/6 in

die Hand gedrückt. Nach einem sehr netten unterhaltsamen Nachmittag

war das die Antwort auf die Frage, ob sich denn noch irgendjemand ihrer

Familie mit Modelleisenbahn beschäftigen würde.

Die Lok war mir wohl bekannt aus Kindertagen. Sie gehörte meinem

Cousin, der ,Jg 57, leider vor ein paar Jahren krankheitsbedingt verstarb.

Die Lok war wohl der Rest seiner Eisenbahnfahrzeuge und hat wohl im Elternhaus

im Regal die Zeiten überdauert.

Die Lok ist äusserlichin einem bespielt guten Zustand. Etwas verstaubt, ein Kratzer, abgebrochene

Pufferteller , ein verlustiger Isolator und neben etwas Farbverlust an den silbernen

Kunststoffdachgittern ist sie erstaunlich gut im Gesamtzustand.

Das Innenleben zeigt, das ausser ölen, wohl nie was groß passiert ist. Die Kohle war ziemlich neu

(der Rest der Vorgängerkohle dürfte hier der Patinastaubmellm sein). Die Bürste war nur noch

halbso lang wie sie ursprünglich mal war.......

Ich werde sie reinigen, Defekte reparieren und als Erinnerung an meinen Cousin in Ehren halten.

Nach einer kurzen Testfahrt mit unanständigen Geräuschen, habe ich sofort abgebrochen

und das Hütchen entfernt. Nach Recherche hier im Forumsarchiv, bin ich über diesen

Threat gestolpert. Die Lok ist schon teilzerlegt, weil ich auf dem Weg zur Reinigung

mir überlegt habe sie hier mal vorzustellen.

Bis auf die Verlötung der Feldspulenkontakte und der Lagerschildkabel sah alles sehr original aus.

Ich vermute mal, das zu Wartungszwecken, so ähnlich wie ich jetzt, mein Vetter die Kabel am

Motor ab und wieder angelötet hat. Dies aber nicht so ordentlich wie die Lötungen aus Göppingen !

Interessanterweise hat die Lok auch den normalen Walzenumschalter mit Motorstromunterbrechung.

Die Beleuchtung ist auch wieder wechselnd über die Feldspule geschaltet.

Die Lok müsste ein Weihnachtsgeschenk aus 1964 gewesen sein, jedenfalls habe ich es so

in Erinnerung. Die wäre jetzt schon der zweite Fall mit diesen FRU. Wie dem auch sei,

anbei nch ein paar Bilder der Technik im zerlegten Fundzustand.

Wenn fertig, gibts die Ergebnisse zu schauen......versprochen.....

Viele Grüße

Wolfgang








 
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Märklin 3012, vielleicht ein Teilesatz?
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