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Trafo Tr 47 v. Flohmarkt

#1 von gn800 , 04.04.2011 11:20

Hallo Leute, in einer Tüte mit Märklin- Gleisen vom Flohmarkt fand ich einen alten Fleischmann Trafo "Tr 47". Dazu habe ich ein paar Fragen: Wie alt ist der genau? Der Netzstecker hat noch keinen Schutzkontakt und unten steht "Made in US Zone Germany" drauf, ich tippe daher auf die unmittelbare Nachkriegszeit. Wofür ist der Stellhebel unter dem Schieberegler und was ist der ca. wert?
Hier sind ein paar Bilder:







Grüße, Johannes


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RE: Trafo Tr 47 v. Flohmarkt

#2 von adlerdampf , 04.04.2011 11:37

Hallo Johannes,

der Trafo stammt aus den 50er Jahren. Der Schieberegler gibt die Fahrtrichtung vor, Wert des Tarfos etwa 5,-€ mit Karton und Anleitung bis max. 20,-€.
Und wichtiger Hinweis:
nur zu Ausstellungszwecken/Dekoration, nicht mehr betreiben


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RE: Trafo Tr 47 v. Flohmarkt

#3 von gn800 , 04.04.2011 14:24

Hallo Karsten, danke für deine Erklärung. Grüße, Johannes


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RE: Trafo Tr 47 v. Flohmarkt

#4 von Empedokles , 05.04.2011 02:58

Der Trafo 47 ist noch für Fleischmanns Spur 0 entwickelt worden.
Nach Namen und Typenschild sollten wir vermuten, das seine Anfänge ins Jahr 1947 zurückreichen.

Die Anfänge der Spur H0 sind mit der Entwicklung der verbesserten Trafos 503 und 505 verbunden.

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RE: Trafo Tr 47 v. Flohmarkt

#5 von aus_usa , 05.04.2011 03:48

Zitat von Empedokles
Der Trafo 47 ist noch für Fleischmanns Spur 0 entwickelt worden.
Nach Namen und Typenschild sollten wir vermuten, das seine Anfänge ins Jahr 1947 zurückreichen.




Stimmt, 1949 - 1953 (http://www.fleischmann-toys.de/Fleischma...r/html/500.html)


 
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RE: Trafo Tr 47 v. Flohmarkt

#6 von ricard , 29.04.2011 13:52

Zitat von adlerdampf

Und wichtiger Hinweis:
nur zu Ausstellungszwecken/Dekoration, nicht mehr betreiben



wegen ... ? Gummikabel? Alte Bauteile? Dass er keine Sicherheitsprüfung besteht (wie VDE) kann ich ja verstehen.

Habe einmal in einem Flohmarkt einen Tr52 gefunden, in guter zustand, scheint gut zu funktionieren aber lautet im Betrieb wie ein Lautschprecher. Also, nicht nur brummen, sondern auch 'quitschen' oder 'knarren' wenn mann damit eine Lok fährt.

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RE: Trafo Tr 47 v. Flohmarkt

#7 von adlerdampf , 29.04.2011 15:11

Hallo ricard,

das Problem ist nicht (nur) die Anschlußleitung oder gar alte Bauteile. Das hauptsächliche Problem bei diesen alten Transformatoren ist, die fehlende fest angeschlossene Schutzerde. Auf dem Trafo ist zwar vorne ein entsprechender Anschluß dran (Rändelschraube), jedoch ist dieser lösbar. Es ist dabei unerheblich, dass man dann argumentieren könnte, man werde den Trafo dann nie wieder bewegen. Diese Geräte sind mobile Geräte und müssten damit diese Verwendet werden dürfen den aktuellen VDE-Richtlinien entsprechen. Wenn diese Geräte dies nicht im Ursprungszustand erfüllen, müssen diese entweder nachgerüstet oder ausgetauscht werden. Eine den Richtlinien entsprechende Nachrüstung ist jedoch NUR durch eine Elektrofachkraft durchzuführen. Anschließend ist das Gerät gemäß den Vorschriften zu überprüfen, auch durch eine Elektrofachkraft. Das Thema wurde schon einmal in der Vergangenheit zur Genüge durchgekaut. Zum Beispiel hier:alte Trafos.

Das was dort steht ist absolut ernst gemeint ! ! !


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RE: Trafo Tr 47 v. Flohmarkt

#8 von ricard , 02.05.2011 15:03

Danke für das Antwort. Ich wohne in Schweden und muss sagen das ich nicht das genaue Stand hier Elektrische Sicherheitsrichtlinien kenne. Es ist aber klar das es in diesem Land heute noch ungeerdeter Steckdoesen häufig zu gesehen ist, auch in Wohn- und Schlafzimmer (aber nie in Nassräume wie Küche, Badenzimmer etc), ich glaube es ist ganz anders in Deutschland, Geerdung über alles? Das heisst das es hier möglich ist solche Geräte wie dem Tr52 verwenden, ohne Stecker zu tauschen oder modifizieren. Ob das trotzdem gestattet ist, weiss ich nicht. Die Tr52 hat keine Schwedische Sicherheitsmarken (S = SEMKO), wie VDE oder GS in Deutschland, und ich weiss das einige Trafos in der Schwedische Ausgabe der Fleischmann-kataloge war mit "nicht verfügbar in Schweden" markiert, ich denke aus sicherheitliche Gründen, weiss aber nicht ob das Tr52 dazu gehört.

Na gut, die Meinung trotzdem klar: Solche geräte nicht verwenden, nur als Museumsstück. Kapiert!

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RE: Trafo Tr 47 v. Flohmarkt

#9 von SAH , 02.05.2011 19:52

Guten Abend Karsten,

nur eine Frage:

Zitat von adlerdampf
Das hauptsächliche Problem bei diesen alten Transformatoren ist, die fehlende fest angeschlossene Schutzerde.



nach meinen Informationen (DIN VDE 570-2-7) müssen Transformatoren nach Schutzklasse II als ortveränderliche Betriebmittel zwingend ausgeführt sein. Doch Schutzklasse II heißt verstärkte oder doppelte Isolierung. Ein Schutzleiter darf nicht angeschlossen sein.
Also entweder ist hier ein Widerspruch zu Deiner Aussage, oder ich habe etwas falsch verstanden (aber was) ?
Würdest Du mir dies bitte erklären?
Vielen Dank!

mit freundlichen Grüßen,
Stephan-Alexander Heyn


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RE: Trafo Tr 47 v. Flohmarkt

#10 von Empedokles , 02.05.2011 19:59

"Würdest Du mir dies bitte erklären?"

Die Erklärung besteht genau darin, dass diese Konstruktion den Sicherheitsregeln von 1947-52 entspricht.
Die von Dir angeführten DIN-Normen waren damals noch nicht erdacht.

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RE: Trafo Tr 47 v. Flohmarkt

#11 von Dieter Weißbach , 02.05.2011 21:31

Hallo allerseits,

zur Nutzung der Elektrizität in den Haushalten musste man erst Erfahrungen sammeln und unternahm verschiedene Ansätze, um die Sicherheitsgefahren zu begrenzen. So alt ist die Elektrizität in den Haushalten noch nicht, zumindest nicht die elektrische Vollversorgung.

Sogar nach 1920 wurden in neu gebauten Häusern noch Gasleitungen zur Deckenmitte verlegt, um in den Wohnzimmern Gaslampen betreiben zu können. Als etws später die Elektroleitungen in die Wohnungen vordrangen, gab es zunächst nur elektrische Zimmerbeleuchtungen. Steckdosen gab es zunächst kaum. Deshalb wurde ein Adapter in die Lampenfassung geschraubt, der einen Stecker aufnehmen konnte.

1927 wurde der Lampenwiderstand für Spielzeugeisenbahnen verboten und der Transformator endgültig durchgesetzt.

In den 1930er Jahren wurden immer mehr elektrische Geräte in den Haushalten eingeführt, die elektrische Eisenbahn wurde zum Volkssport.

Kurz nach dem zweiten Weltkrieg verfolgte man das Konzept, die Stromschlaggefahr durch Erdung der Metallgehäuse zu begrenzen. Man kam bald davon ab, weil Fehler in den Haushaltsverkabelungen das Unfallrisiko eher noch erhöhten. Gegen 1952 wurden die Erdungen wieder abgelehnt bzw. sogar verboten.

Mitte der 1960er Jahre hat man das Konzept der doppelten Kapselung durch vernietete oder verklebte Kunststoffgehäuse durchgesetzt. Diese elektrischen Geräte haben i.d.R. nur eine zweiadrige Versorgung (ohne Schutzleiter).


Viele Grüße aus Berlin, Dieter

Nächste Termine der TRIX EXPRESS Freunde Berlin (Infos unter www.trixstadt.de):
- Sa 12.01.2013: TRIX EXPRESS-Stammtisch in der Gustav-Heinemann-Oberschule
(diesmal mit Fahrmöglichkeit auf der Anlage der Schüler-AG: "Plandampf auf der Stadtbahn")

 
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zuletzt bearbeitet 03.05.2011 | Top

RE: Trafo Tr 47 v. Flohmarkt

#12 von adlerdampf , 03.05.2011 08:21

Hallo Stephan, hallo Leute,

Du hast die Erklärung schon selbst gegeben. Geräte der Schutzklasse zwei dürfen keinen Schutzleiter haben. Aber wenn Du Dir das Grundthema dieses Beitrages anschaust, wirst Du feststellen, dass es um diese Art Transformatoren geht, welche eben nicht aus einem Kunststoffgehäuse bestehen und somit nicht der genannten Schutzklasse entsprechen.
Der Trafo 47 und all die anderen Trafos mit Metallgehäuse dürfen im gezeigten und im ursprünglichen Zustand nach heutigen Maßstäben nicht mehr betrieben werden, weil eben das Gehäuse elektrisch leitfähig ist und es im Fehlerfall zu einem elektrischen Schlag bei Berührung kommen kann. Dies trifft im Übrigen auf alle(!) elektrischen Betriebsmittel zu, welche ein Metallgehäuse haben, unabhängig davon ob diese Geräte ortsveränderlich (=mobil) sind oder nicht.
Eine Anmerkung an all die, welche mit der VDE im allgemeinen und den Schutzklasen im Besonderen nicht vertraut sind:
Elektrische Geräte, welche ein Kunsstoffgehäuse haben und ohne besonderes Werkzeug nicht zu öffnen sind, sind in der Regel Geräte der Schutzklasse II. Von außen am Symbol der zwei Quadrate zu erkennen. Diese dürfen uneingeschränkt verwendet werden, egal wie alt diese Geräte auch sind, solange es am Gerätegehäuse oder an der elektrischen Zuleitung keine Schäden gibt.
Alte Modellbantrafos, welche noch ein Metallgehäuse haben, sind somit nicht schutzisoliert und brauchen daher zwingend einen festen Schutzleiteranschluß. Da dies aber ohne Änderung am Modellbahntrafo nicht zu bewerkstelligen ist, ist der Einsatz solcher Trafos nicht mehr möglich. Es sei denn, daß diese Veränderung durch einen Fachmann durchgeführt wurde und durch eine entsprechende Prüfung auch bestätihgt wurde.

Aber ich denke, daß dieses Thema schon ausreichend in der Vergangenheit durchgekaut wurde.


Herzlich gegrüßt aus der heimlichen Bierhauptstadt Deutschlands, Kulmbach
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RE: Trafo Tr 47 v. Flohmarkt

#13 von SAH , 03.05.2011 20:39

Guten Abend Karsten,

herzlichen Dank für Deine Erläuterungen! In einem Punkt muß ich jedoch nachhaken, da mir andere Informationen vorliegen:

Zitat von adlerdampf

Alte Modellbantrafos, welche noch ein Metallgehäuse haben, sind somit nicht schutzisoliert und brauchen daher zwingend einen festen Schutzleiteranschluß. Da dies aber ohne Änderung am Modellbahntrafo nicht zu bewerkstelligen ist, ist der Einsatz solcher Trafos nicht mehr möglich. Es sei denn, daß diese Veränderung durch einen Fachmann durchgeführt wurde und durch eine entsprechende Prüfung auch bestätihgt wurde.



Die Definition der Schutzklasse II lautet

Zitat
doppelte oder verstärkte Isolierung

. Davon steht Nichts von einem Verbot der Metallgehäuse. Im Gegenteil: auch Geräte mit Metallgehäuse können SKII sein, sofern dieses gegenüber den elektrischen Anschlüssen entsprechend gesichert ist. Was unter verstärkter oder doppelter Isolierung zu verstehen ist, kann u.a. auch nach DIN VDE 701/702 (Prüfung nach Instandsetzung bzw. Wiederholungsprüfung) nachgelesen werden: fü SKI wird ein Isolationswiderstand von 1MOhm (also mit Schutzleiter), bei SKII von 2MOhm (also ohne Schutzleiter) angegeben. Auch wenn die Üblichkeitswerte bei 100 bis 200MOhm liegen. Hierbei heißt es ausdrücklich: es sind alle berührbaren, metallischen Teile zu überprüfen. Somit auch bzw. gerade Gehäuse.
Gleichartige Antworten erhielt ich auf meine Anfragen, ob Transformatoren mit Metallgehäuse nach Schutzklasse II betrieben werden dürfen: sofern die Prüfungen nach DIN VDE 701/702 bestanden werden ja (Anfragen an Innungsmeister der IHK und an das DKE). Ein Verbot von Metallgehäusen in Zusammenhang mit SKII hat keiner bestätigt. Im Fehlerfall hat die SKII zwar eine ausgefallene Basisisolierung, doch die Zusatzisolierung erüllt den weiteren Schutz. Es sei denn, bei den Metallgehäusetrafos ist kein zusätzlicher Schutz vorhanden?
Folglich frage ich Dich: wo steht explizit das Metallgehäuseverbot im Zusammenhang mit Schutzklasse II?
BTW: die Recherche im Internet unter bewußten Verzicht auf Wikipedia-Artikel und -clone gestaltet sich recht schwierig. Selbst wenn es für mich verlockend ist, diese anzugeben weil sie in meinem Sinne lauten. Daher verzichte ich auf diese.

mit freundlichen Grüßen,
Stephan-Alexander Heyn


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RE: Trafo Tr 47 v. Flohmarkt

#14 von adlerdampf , 03.05.2011 22:33

Hallo Stephan-Alexander,

auch hier gebe ich Dir in allen Deinen aufgeführten Punkten uneingeschränkt recht. Die grundsätzliche Frage ist jedoch weiterhin, ob alte Modellbahntrafos aus dem Herstellungszeitraum von den Anfängen bis zur Einführung von Schutzisolierungen so betrieben werden dürfen.
Wenn Geräte, egal aus welchem Material auch immer das äußere Gehäuse auch besteht (leitend oder nicht leitend), mindestens die
Schutzklasse I haben, dürfen diese auch betrieben werden. Es ist dabei unerheblich, auf welchem Wege dies bewerkstelligt wird, Hauptsache diese Schutzklasse wird erreicht. Doch das war nicht der springende Punkt. Es geht um gerade diese Geräte, sprich Trafos, die eben nicht die Schutzklasse I erfüllen und dies sind nun mal so ziehmlich alle Trafos bis zur Einführung von Kunststoffgehäusen.

So, und nun zu den alten Modellbahntrafos.
Diese Trafos erfüllen die Schutzklasse 0 I (also noch nicht einmal I). Diese Trafos haben keine verstärkte oder doppelte Isolierung und keinen festen Schutzleiteranschluß.

Definition laut DIN VDE 0100 Schutzklasse 0 I :
"Der Schutz beruht auf der Basisisolierung; das Gerät besitzt eine Schutzleiter-Anschlußklemme, jedoch eine Anschlußleitung ohne Schutzleiter und einen Stecker ohne Schutzkontakt, der sich nicht in eine Steckdose mit Schutzkontakt einführen läßt."
Zitat aus "DIN VDE 0100 und die Praxis", von Gerhard Kiefer, 7.Auflage des VDE-Verlages

Wenn man sich die alten Trafos nun mal genau anschaut, wird man exakt diese Eigenschaften feststellen.

Anmerkung an alle Nicht-Elektriker:
Basisisolierung = damit ist das äußere Gehäuse gemeint, also der Teil den man mit den Händen anfassen kann

Somit stelle ich Dir nun folgende Fragen bezüglich alte Modellbahntransformatoren mit Metallgehäuse, und darum geht es hier schließlich, unabhängig vom Hersteller:
1.
Dürfen Modellbahntrafos im ursprünglichen Zustand (=Auslieferungszustand) unter Berücksichtigung der zum heutigen Zeitpunkt geltenden Regeln der Technik betrieben werden?
2.
Dürfen Modellbahntrafos mit offensichtlich anderen als dem originalen Anschlußkabel/Anschlußstecker (z.B. vom Flohmarkt oder Börse) ohne weiteres betrieben werden?

Bei der Beantwortung der Fragen bitte ich Dich zu berücksichtigen, daß wohl kaum jemand seine Modellbahn unter Laborbedingungen mit entsprechenden Schutzeinrichtungen laufen läßt. Dies bitte nicht als Spitzfindigkeit verstehen.

Ein schönen Abend noch


Herzlich gegrüßt aus der heimlichen Bierhauptstadt Deutschlands, Kulmbach
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RE: Trafo Tr 47 v. Flohmarkt

#15 von elaphos , 03.05.2011 23:01

...was heißt hier "dürfen". Ein Hersteller oder Händer darf kein Gerät in den Handel bringen, das nicht den aktuellen Sicherheitsbestimmungen entspricht.
Es gibt aber kein Gesetz und keine Vorschrift, die verbietet, dass ich zu Hause meinen alten Trafo so betreibe, wie ich will.
Also hört auf, hier von Vorschriften zu reden, die es nicht gibt. Davon gibt es in Deutschland ohnehin mehr als genug (oder zeigt mir die Gesetze, wo sie stehen).

Wenn man so manchen Beitrag liest, hegt man Zweifel, dass heute die Elektrizität, wenn sie neu erfunden wäre, aus Sicherheitsbedenken im Haushalt zugelassen würde. Aber vielen gefällt ja eine gewisse Panikmache. Außerdem ist keiner in der Lage, hier in beschränktem und lesbaren Umfang alle Sicherheitsaspekte wie trockene Räume, Ferne von Erdleitungen, Fußbodenbeschaffenheit u.s.w. anschaulich zu machen.

Gruß, elaphos


 
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RE: Trafo Tr 47 v. Flohmarkt

#16 von ricard , 04.05.2011 07:00

Es handelt wohl hier eigentlich wie oben gesagt ist um zwei Fragen:

1. Ist es gestattet diese alte Trafos zu betrieben?
2. Ist es gefährlich diese alte Trafos zu betrieben?

Von 2 kann man wohl sagen, das wenn die Bauteile (Isolierung, Lötstellen etc) nicht im Laufe der Zeit verändert haben, ist es nicht heute gefährlicher diese Geräte zu verwenden als in 1947. Die nächste Frage wäre denn, war die sicherheit dieser Geräte zufriedend in 1947? Wegen die veränderten Normen muss man wohl sagen, das mann keine Veränderung machen wenn es nicht notwendig ist, das heisst dass die Sicherheit dieser Geräte (keine Doppellte Isolierung mit zweipoliger Anschlusskabel und -Stecker) eigentlich nicht zufrieden ist. Aber jedoch, es wäre nicht schlechter als in 1947.

Hierbei handelt es auch um zwei aspekte:
1) Das Risiko dass das Gehäuse stromführend ist.
2) Das Risiko dass die Niederspannungsausgänge (14V) intern mit 220V im Kontakt kommt (durch Durschschlag, Kurzscluss etc).

Beide sind natürlich wichtig um so ein Spielgerät zu betrieben.

Von 2 handelt es nicht nur um die Ausführung des Geäuses, sondern auch die Ausführung der eigentlicher Trafo-Bauteil. Ich will mich erinnern, das bei doppelisolierte Trafos, die Hoch- und Niederspannungswicklungen separat sein muss, also nicht über einander. Wie es im Tr47 aussieht weiss ich nicht; ein Fachmann konnte sicher von das etwas sagen.

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RE: Trafo Tr 47 v. Flohmarkt

#17 von SAH , 04.05.2011 19:36

Guten Abend Karsten,

herzlichen Dank für Deine weitergehende Erläuterung, die einen für mich zentralen Satz enthält, welcher von anderen ,,Elektrikern" gerne unter den Tisch gekehrt wird (und mich auf die Palme bringt), weshalb ich nachhaken ,,muß":

Zitat von adlerdampf

Die grundsätzliche Frage ist jedoch weiterhin, ob alte Modellbahntrafos aus dem Herstellungszeitraum von den Anfängen bis zur Einführung von Schutzisolierungen so betrieben werden dürfen.



Im weiteren Abschnitt stimme ich Dir komplett zu. Deine Fragen möchte ich jedoch ehrlich, ohne Spitzfindigkeiten beantworten:

Zitat von adlerdampf

1.
Dürfen Modellbahntrafos im ursprünglichen Zustand (=Auslieferungszustand) unter Berücksichtigung der zum heutigen Zeitpunkt geltenden Regeln der Technik betrieben werden?
2.
Dürfen Modellbahntrafos mit offensichtlich anderen als dem originalen Anschlußkabel/Anschlußstecker (z.B. vom Flohmarkt oder Börse) ohne weiteres betrieben werden?



ad 1.) gefühlsmäßig eher nein, selbst eine Prüfung nach DIN VDE 701/702 würde daran Nichts ändern; wobei die Wahrscheinlichkeit eines Bestehens gegen Null geht, eben weil kein Schutzleiter bzw. Schutzklasse II vorliegt. Diese Wahrscheinlichkeit wird jedoch nicht Null sein. Das sollte allerdings administrativ abgesichert werden (z.B. durch Nachfragen beim DKE bzw. bei der Elektrikerinnung).
ad 2.) Anschlußart X, Y oder Z? bei Z grundsätzlich NEIN bei Y nur wenn im Herstellerwerk ausgewechselt, bei X nur nach Prüfung gem DIN VDE 701/702 (nach Instandsetzung). Die Frage, sind diese alten Trafos X, Y oder Z?
Z: alles vergossen, ein Kabelaustausch nur durch Abschirmungszerstörung (Aufbrechen des Gehäuses) möglich.
Y: Kabelaustausch nur mit Spezialwerkzeug des Herstellers bzw. autorisierter Personen möglich. Ist bei modernen Geräten grundsätzlich vorgeschrieben, Z ist zu bevorzugen (oder inzwischen generell Pflicht?).
X: Leichter Kabelaustausch (nur durch Fachkräfte zulässig) möglich. Zumindest die mir bekannten Geräte sind demnach X. Also Instandsetzung und anschließende Prüfung. Nach bestandener Prüfung ist ein Betrieb erlaubt.

Hoffentlich habe ich da jetzt keine Fehler drin

mit freundlichen Grüßen,
Stephan-Alexander Heyn


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RE: Trafo Tr 47 v. Flohmarkt

#18 von SAH , 04.05.2011 19:56

Guten Abend elaphos,

einen Teil Deines Beitrags kann ich nachvollziehen und verstehen. Auch ich bin in gewisser Hinsicht sehr mißtrauisch gegenüber Überregulierung bzw. Versuchen mir auf der Nase herumzutanzen. Es ist jedoch eine Frage der Verantwortung: was man zu Hause im stillen Kämmerlein macht, interessiert mit wenigen Ausnahmen draußen Keinen, und das ist auch gut so. Und ja, es gibt leider bzw. zum Glück viele Menschen die sich mit dieser Materie (Elektrizität und Modellbahn) befassen; viele lernen in der richtigen Weise, manche leider nur in die falsche Richtung. Bedauerlicherweise fallen letztere Personen erheblich mehr auf durch ihre Art, den Mitmenschen richtig auf die Nerven zu gehen. Man sollte sie ignorieren, denn sonst füttert man nur die Trolle.

Problematisch wird es dann, wenn es um ,,Fremdhaftung" geht (also Tätigkeiten, bei denen Fremde mit den modifizierten Geräten umgehen, oder Anleitungen hierzu). Leider tendiert die Gesetzgebung dazu, sich nicht am gesunden Menschenverstand zu orientieren (was nicht möglich ist), sondern an den (Verzeihung!) größten Idioten! Wer sich mit der Materie auskennt, muß dann halt darunter leiden. Nur das bekannte Beispiel: Anleitungen zu Änderungen an Trafos. Ich habe die Artikel sehr gerne gelesen und bedauere, daß ich dies nicht mehr kann. Doch H-D und die Mod's müssen u.a. aus Selbstschutzgründen derartige Artikel löschen bzw. unzugänglich machen. Natürlich könnte es juristische Kniffe geben, um derartige Artikel ohne Anzeigerisiko dennoch zu publizieren; doch kann ich auch nachvollziehen, daß weder H-D noch die Mod's dazu gewillt sind, sich diesem Risiko auszusetzen.

Zitat von ricard

Es handelt wohl hier eigentlich wie oben gesagt ist um zwei Fragen:
1. Ist es gestattet diese alte Trafos zu betrieben?
2. Ist es gefährlich diese alte Trafos zu betrieben?



korrekt

Zitat von ricard

Von 2 kann man wohl sagen, das wenn die Bauteile (Isolierung, Lötstellen etc) nicht im Laufe der Zeit verändert haben, ist es nicht heute gefährlicher diese Geräte zu verwenden als in 1947. Die nächste Frage wäre denn, war die sicherheit dieser Geräte zufriedend in 1947? Wegen die veränderten Normen muss man wohl sagen, das mann keine Veränderung machen wenn es nicht notwendig ist, das heisst dass die Sicherheit dieser Geräte (keine Doppellte Isolierung mit zweipoliger Anschlusskabel und -Stecker) eigentlich nicht zufrieden ist. Aber jedoch, es wäre nicht schlechter als in 1947.



ad 1 haben Karsten (adlerdampf) und ich schon beantwortet.
ad 2: die durchschnittliche Lebensdauer von Kunststoffkabeln liegt bei ca. 30 Jahren. Dann sind die Weichmacher weg und die Isolierung bröselt. Folglich ist der Betrieb allein durch die Originalkabel ein erhebliches Risiko.
Ferner haben sich einige Änderungen der VNB (vor 2000 EVU) ergeben, u.a. eine höhere Bemessungsspannung von 230V statt vorher 220V und der Wegfall der Wasserleitungserdung. Geräte mit Erdungsschelle zum Anschluß an Wasserleitungen wollte ich ebenfalls nicht an einer fertigen Anlage betreiben.

Zu Deinen weiteren Ausfühungen: hier schließe ich mich mit der Frage nach einem Fachmann mit Kenntnissen zum Aufbau des Fleischmann-Trafos an.

mit freundlichen Grüßen,
Stephan-Alexander Heyn


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RE: Trafo Tr 47 v. Flohmarkt

#19 von adlerdampf , 04.05.2011 19:57

Hallo Stephan-Alexander,

nun sind wir uns endlich einig.
Und insbesondere der letzte von Dir beschriebene Punkt liegt mir am Herzen:

Zitat:

Zitat

X: Leichter Kabelaustausch (nur durch Fachkräfte zulässig) möglich. Zumindest die mir bekannten Geräte sind demnach X. Also Instandsetzung und anschließende Prüfung. Nach bestandener Prüfung ist ein Betrieb erlaubt.



und genau das ist für mich mit der wichtigste Punkt überhaupt.

Somit denke ich können wir uns auf diese Aussage einigen:

Alte Modellbahntransformatoren, egal aus welchem Herstellungszeitraum und egal von welchem Hersteller, sollten erst nach einer Prüfung und ggf. einer Instandsetzung durch eine Elektrofachkraft wieder in Betrieb genommen werden.

Es ist mir schon klar, dass so eine Überprüfung natürlich Geld kostet, im Zweifelsfall auch vielleicht mehr als man dafür auf dem Flohmarkt/der Börse bezahlt hat, aber ich denke, dass einem die Sicherheit hier doch vor gehen sollte. Aber dies liegt in der Entscheidungsgewalt des Einzelnen.

Einen schönen Abend noch.


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RE: Trafo Tr 47 v. Flohmarkt

#20 von aus_usa , 04.05.2011 20:05

Alte sachen, wie u.A. Trafos, sind natürlich immer interessant für Sammler.

So wie die Auseinandersetzung/Diskussion sich jetzt entwickelt,
ist es so ungefähr wie hier zu lesen:

GFN Trafo 505

Bitte lese auch hier:
das öffnen alter Trafos

Deswegen wird diese Thema jetzt geschlossen.

Danke für alle Beitragen.


 
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zuletzt bearbeitet 05.05.2011 | Top

   

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